Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer
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Bischof spricht bei Sudetendeutschem Tag in Regensburg

Voderholzer: Christentum ist Seele Europas

"Es gibt keine andere tragfähige Klammer als den christlichen Glauben, der das vereinte Europa zusammenhalten kann", sagte Bischof Rudolf Voderholzer beim Hauptgottesdienst des Sudetendeutschen Tags in Regensburg.

Regensburg - 09.06.2019

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer sieht im Christentum die "Seele Europas". Voderholzer sagte am Sonntag beim Hauptgottesdienst des 70. Sudetendeutschen Tags in Regensburg: "Es gibt keine andere tragfähige Klammer als den christlichen Glauben, der das vereinte Europa zusammenhalten kann." Die Kirche habe einen völkerumspannenden und universalen Charakter. Sie stehe für Integration und Völkerverständigung.

Der Sudetendeutsche Tag dauerte von Freitag bis Sonntag. Zum Auftakt erhielt die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, den Europäischen Karlspreis. Er erinnert an den böhmischen König und römisch-deutschen Kaiser Karl IV. und wird jährlich beim Pfingsttreffen der Sudetendeutschen verliehen. Geehrt werden "Verdienste um eine gerechte Völkerordnung in Mitteleuropa". Laut dem Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, Bernd Posselt (CSU), wurde die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland als "unerschrockene Kämpferin gegen Nationalismus, Populismus sowie jede Form von Extremismus" und als "herausragende Baumeisterin unserer Demokratie sowie der europäischen Einigung" ausgezeichnet.

Bernd Fabritius (CSU), der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, erklärte als Festredner laut Bayerischem Rundfunk (BR), Knobloch habe nie aufgegeben, für eine bessere Welt und eine offene Zivilgesellschaft zu kämpfen. Die Regensburger Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) ergänzte demnach an Knobloch gerichtet: "Sie verkörpern für mich in einzigartiger Weise Versöhnung." Knobloch selbst sagte: "Es ist unsere Verantwortung, dass unsere Parlamente nicht in die Hände derjenigen fallen, die die Fehler der Vergangenheit wiederholen." (KNA)