Pfarrfest
Tipps für eine ressourcenschonende Gestaltung

So feiern Sie Ihr Pfarrfest nachhaltig

Viele Pfarrgemeinden wollen einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz leisten. Anfangen können sie dabei schon mit kleinen Schritten – zum Beispiel auf dem Pfarrfest. Katholisch.de hat dazu nützliche Tipps zusammengestellt, die sich leicht umsetzen lassen.

Von Matthias Altmann |  Bonn - 13.07.2019

Ankündigung

Schon bei der Ankündigung eines Pfarrfests kann man einige Aspekte der Nachhaltigkeit berücksichtigen. Auf Plakate wird man zwar nicht gänzlich verzichten können, aber wenn, dann bitte wenig, und dosiert einsetzen – an Plätzen, wo sie wirklich wahrgenommen werden! Ansonsten bietet sich eine Ankündigung im Pfarrbrief (den es eventuell auch digital gibt?), auf der Homepage der Pfarrei und in den sozialen Netzwerken an. Mundpropaganda mag altmodisch sein, ist aber immer noch ein gutes Mittel, um Menschen zu erreichen. Verzichten Sie aber auf Flyer aus Papier! Um die Besucher des Pfarrfestes schon im Vorfeld zum "Mitarbeiten" an einem nachhaltigen Pfarrfest zu motivieren, sollte das Thema in allen Ankündigungen erwähnt werden – mit dem Hinweis auf Parkplätze für Fahrräder oder auf die Erreichbarkeit der Pfarrei beziehungsweise der Location mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Equipment und Dekoration

Jede Gemeinde wird zumindest über ein paar Ausstattungsgegenstände verfügen, die zur Durchführung eines Pfarrfests nötig sind. Im Zweifel fragt man bei den einzelnen Gruppen oder auch in der Nachbarpfarrei nach. Wenn etwas fehlt, kann man es sich bei einem Partyausstatter in der Nähe für eine Gebühr ausleihen. Das gilt vor allem für Bierbänke und -tische, ein Zeltpavillon (wenn das Fest draußen stattfinden soll, etwa im Sommer) und größere Küchengeräte. Beim Geschirr lautet die Devise: Müll vermeiden! Deshalb keine Einwegteller oder -becher ausgeben, sondern auf Mehrweggeschirr zurückgreifen. Am besten Porzellan statt Plastik. Gleiches gilt für das Besteck. Auch auf Servietten achten, die ökologisch abbaubar sind. Die Tischdecken sind am besten aus Stoff, ansonsten sind auch Einweg-Papiertischdecken aus Recyclingpapier oder – als allerletzte Alternative – abwaschbare Mehrwegplastiktischdecken in Ordnung. Auch ein nachvollziehbares Mülltrennungssystem sollte installiert werden! Eine passende Dekoration gehört natürlich auch zu einem Pfarrfest. Doch hier sollte man Kunststoffe vermeiden und stattdessen Recyclingpapier oder Naturmaterialien verwenden. Besonders beliebt ist es aktuell, alte, nicht mehr gebrauchte Dinge zu "upcyclen" und daraus kreative Deko-Gegenstände zu basteln.

Ein leerer Teller.

Bei Besteck und Tellern gilt: kein Plastik!

Mengenkalkulation, Einkauf und Herstellung der Speisen

Bei einem größeren Fest wird es sich nie vermeiden lassen, dass Reste übrig bleiben. Damit die Menge so klein wie möglich bleibt, muss man im Vorfeld gut kalkulieren, wieviel man einkaufen beziehungsweise herstellen muss. Die Basis dafür ist eine realistische Einschätzung, wie viele Menschen zum Pfarrfest kommen. Dabei helfen die Erfahrungswerte aus dem Vorjahren. Und was übrig bleibt, nicht wegwerfen, sondern den Gästen mitgeben – natürlich umweltfreundlich verpackt in Dosen oder Papiertüten. Bei der Bestellung des Essens auf kurze Lieferwege achten: Bestelle ich das Fleisch bei einer großen Fabrik ober beim Metzger im Stadtviertel, der sein Fleisch bei Bauern aus der Region bezieht, die auf artgerechte Tierhaltung und biologisches Futter setzen? Gleiches gilt für Brot und Backwaren: Hier ist der Bäcker um die Ecke, der alles noch in Eigenarbeit herstellt, einer großen Kette vorzuziehen. Wenn man das Ganze transparent macht, sind die Gäste bestimmt bereit, etwas mehr für ihren Grillteller zu bezahlen. Salate und Kuchen sind auch ein Muss auf Pfarrfesten. Doch bei der Herstellung sollte darauf geachtet werden, dass das verwendete Obst und Gemüse der Jahreszeit entsprechen und aus der Region kommen. Ein Erdbeerkuchen muss im Winter ja nicht unbedingt sein…

Speisekarte

Ein Pfarrfest ohne Grillen – unvorstellbar. Aber müssen es nur Fleisch oder Würstchen sein? Zur Abwechslung kann man ein paar leckere vegetarische oder vegane Gerichte anbieten, die sicher auch bei Fleischliebhabern gut ankommen. Das Speisenangebot nicht auf Papier drucken und laminiert auf die Tische legen, sondern auf Tafeln schreiben und diese dann passend postieren.

Fleisch auf einem Grill.

Fleisch gehört zu einem Fest dazu. Die Speisekarte darf aber gerne abwechslungsreicher sein.

Getränke

Auch bei Getränken gilt: biologisch und regional vor! Dazu gehören nicht nur Limonaden, Säfte und Biere, sondern auch Milch. Die Erzeuger liefern ihre Produkte auch in Glasflaschen, sodass sich die Frage der Plastikvermeidung gar nicht stellt. Wenn das Leitungswasser in Ihrer Gemeinde eine gute Qualität hat, gerne Karaffen damit befüllen und mit Zitronenscheiben verziert auf die Tische stellen – und immer wieder nachfüllen nicht vergessen! Kaffeebohnen wachsen in Deutschland leider nicht. Doch auf das beliebte Heißgetränk muss man nicht verzichten, wenn man fair gehandelten Kaffee anbietet.

Programm

Das Thema Nachhaltigkeit lässt auch in das Unterhaltungsprogramm einbinden. Beispielsweise man mit einer kleinen Ausstellung, bei der sie unter anderem ihren eigenen ökologischen Fußabdruck ausrechnen können, die Gäste zum Nachdenken anregen. Auch Kinder können auf dem Pfarrfest an das Thema herangeführt werden, etwa durch das Bemalen von T-Shirts mit Farben aus natürlichen Zutaten. Musik und Einlagen werden am besten aus eigenen Ressourcen bestückt. Gibt es in der Pfarrei Jugendliche, die in einer Band spielen? Sie zeigen bestimmt gerne, was sie musikalisch alles drauf haben. Und auch sonst gibt es in der Gemeinde bekannte und verborgene Talente, die sich über einen Auftritt freuen.

Linktipp: 10 Tipps für eine klimafreundliche Gemeinde

Der "Tag der Schöpfung" will dazu ermutigen, konkrete Schritte zur Bewahrung der Schöpfung einzuüben. Katholisch.de stellt zehn Tipps vor, wie Sie Ihre Kirchengemeinde klimafreundlicher gestalten können.

Spenden

Die entstehenden Kosten müssen gedeckt werden, das ist klar. Alles was darüber hinaus eingenommen wird, kann gespendet werden – zum Beispiel an ein Nachhaltigkeitsprojekt. Wichtig ist auch hier die Transparenz: Die Organisation, an die der Erlös gehen soll, sollte am besten auf dem Pfarrfest vorgestellt werden. Eventuell lädt man dazu einen Vertreter ein, der erklären kann, wohin genau das Geld geht.

Von Matthias Altmann