Der Marienwallfahrtsort Medjugorje in Bosnien.
Erstmals offizielle Teilnahme von Bischöfen an Jugendfestival

Ein "Gnadenort": Schönborn rechnet mit Anerkennung von Medjugorje

Seit knapp 40 Jahren soll die Gottesmutter immer wieder im bosnischen Medjugorje erschienen sein. Der Vatikan hat die Wallfahrt dorthin lange Zeit nicht anerkannt. Laut Kardinal Christoph Schönborn spricht einiges dafür, dass sich das bald ändert – und er findet selbst lobende Worte für "diesen Gnadenort".

Medjugorje - 05.08.2019

Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn rechnet mit einer baldigen Anerkennung des bosnischen Wallfahrtsortes Medjugorje. Der Papst habe mehrfach angedeutet, "das Medjugorje ein gesegneter Ort ist, an dem die Muttergottes, die Gospa, den Menschen so nahe ist und so viel Hilfe schenkt", so der Kardinal in einem Grußwort, das am Samstag in Medjugorje verlesen wurde. Dort findet derzeit das 30. Internationale Jugendfestival "Schritt für Schritt" statt.

1981 wurden die ersten Berichte von mehreren Marienerscheinungen in Medjugorje bekannt. Schon bald strömten Pilger in den 5.000-Seelen-Ort südlich von Sarajewo. Die katholische Kirche erkannte die Erscheinungen jedoch nicht an. Es entbrannte ein zähes Ringen um den Status als Marienwallfahrtsort zwischen der Amtskirche und den Franziskanern, die die Seelsorge in Medjugorje innehaben. In den 1990er Jahren verbot der Vatikan offizielle Pilgerfahrten in das herzegowinische Dorf. Von 2010 bis 2015 untersuchte eine päpstliche Kommission die Marienerscheinungen und den Wallfahrtsort. Die Ergebnisse wurden nicht veröffentlicht, doch 2019 hob Papst Franziskus das Verbot der Pilgerfahrten auf.

Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn.

Die Aufhebung des Verbots sei nun eins der Indizien, die, laut Kardinal Schönborn, für eine baldige offizielle Anerkennung sprechen würden. Zudem habe Franziskus 2017 den polnischen Erzbischof Henryk Hoser als seinen "persönlichen ständigen Vertreter" nach Medjugorje gesandt und nun Kurienkardinal Angelo De Donatis, zur Eröffnung des Jugendfestivals geschickt. "Alle diese Zeichen zeigen, dass die Kirche dankbar anerkennt, was so viele Menschen seit Jahrzehnten in Medjugorje erfahren und was euch bewegt, trotz der sommerlichen Hitze so zahlreich an diesen Gnadenort zu kommen", so Kardinal Schönborn an die Jugendlichen.

Kardinal Schönborn war 2010 selbst nach Medjugorje gereist und ist seit 2008 Gastgeber des Medjugorje-Friedensgebets "Message for you", das dieses Jahr am 19. September im Stephansdom stattfinden wird. Das Jugendfestival gilt als das Hauptereignis des Wallfahrtsjahres, für das 2019 gut 50.000 Jugendliche nach Medjugorje gereist sind. Da das Pilgerverbot aufgehoben wurde, konnten erstmalig auch 14 Kardinäle, Erzbischöfe und Bischöfe daran teilnehmen. Schönborn plant, nächstes Jahr selbst zum Jugendfestival zu kommen. (cst)