Polizei nimmt Hindu-Hardliner nach Angriff auf Katholiken fest
Marienstatue zerstört und Wallfahrer geschlagen

Polizei nimmt Hindu-Hardliner nach Angriff auf Katholiken fest

Nach einem Angriff auf eine katholische Pilgergruppe hat es in Indien Festnahmen gegeben. Angreifer hatten eine Marienstatue zerstört und die Wallfahrer geschlagen. Die Kirche des Landes sieht einen Angriff auf die Religionsfreiheit.

Neu-Delhi - 22.08.2019

Die Polizei im indischen Bundesstaat Tamil Nadu hat sechs Verdächtige festgenommen, die am Sonntag eine Pilgergruppe angegriffen haben sollen. Während der Ermittlungen bleiben die Festgenommenen in Haft, berichtet die US-Nachrichtenseite "Crux" am Mittwoch. Ihnen drohen Strafen wegen versuchten Mordes, Verletzung religiöser Gefühle und Randale.

Die etwa 40 Katholiken aus dem Ort Karnataka hatten sich auf die 450 Kilometer Wegstrecke zum Marienheiligtum in Velankanni gemacht. Angreifer blockierten die Straße, beschimpften und schlugen die Gläubigen. Ernsthaft verletzt wurde jedoch niemand. Zudem zerstörten die Hindus eine Marienstatue, die die Pilger mit sich trugen. Diese setzten ihren Weg unter Polizeischutz fort. Die Pilgerfahrt nach Velankanni findet seit über 100 Jahren statt. Die offiziellen Feierlichkeiten dort dauern neun Tage und enden am 8. September zum Fest Mariä Geburt. Velankanni ist einer der größten Marienwallfahrtsorte der Welt.

"Solche Gewaltakte säen nur Hass zwischen den Menschen."

Ein Sprecher der Diözese Bangalore, Pater Cyril Victor Joseph, bezeichnete die Attacke als eine offene Bedrohung der von der Verfassung garantierten Freiheit der Religionsausübung. "Solche Angriffe sind eine ernste Bedrohung von Frieden und Harmonie, besonders zwischen Menschen verschiedener Religionen." Mit der Tat hätten die Angreifer das Christentum insgesamt treffen wollen.

"Seit über einem Jahrhundert haben Menschen ungeachtet ihrer Religion das Marienfest in Velankanni mitgefeiert. Es war stets ein friedvoller Anlass", so Pater L. Sahayaraj, stellvertretender Sekretär der Bischofskonferenz von Tamil Nadu. "Solche Gewaltakte säen nur Hass zwischen den Menschen."

Kirchenvertreter der Region sind besorgt, da Angriffe radikaler Hindus auf Christen gestiegen sind, seit die regierende Hindu-nationalistische BJP an der Macht ist. Sie stellt seit 2014 mit Narendra Modi den Premierminister. (cph)