Bischof Wolfgang Ipolt
Görlitzer Bischof wünscht sich offensives Sprechen über den Glauben

Ipolt: Wer Christ sein will, muss Glaubenswahrheiten zustimmen

Beim christlichen Glauben geht es laut dem Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt nicht nur darum, Katechismuswahrheiten zu erlernen. Gleichwohl müssten diejenigen, die Christen sein wollten, bestimmten Wahrheiten des Glaubens zustimmen.

Görlitz - 16.09.2019

Für den Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt müssen Herz und Verstand im christlichen Glauben zusammenkommen. "Der Glaube ist nämlich nicht nur eine Sache des 'Kopfes' und des Verstandes, es geht nicht nur um das Erlernen von Katechismuswahrheiten", sagte Ipolt am Wochenende in Görlitz. Ebenso wenig jedoch sei der Glaube nur eine Sache des Herzens oder des Gefühls. "Das ist eine Gefahr, die ich heute eher sehe. Der Glaube hat es mit Wahrheiten zu tun, denen man zustimmen muss, wenn man Christ sein will, und die dann zu einer Sache des Herzens werden sollen", so der Bischof weiter.

Ipolt rief dazu auf, offensiv über den christlichen Glauben zu sprechen. "Wir sollen auskunftsfähige Christen sein, das heißt: Jeder von uns muss es auch wagen, anderen zu erklären, was in einer Heiligen Messe geschieht, was die Beichte bedeutet, wie die Bibel zustande gekommen ist und warum der Papst gerade in Rom wohnt und der Hirte der Universalkirche ist", erklärte der Bischof.

Bischof bietet dreitägigen Glaubenskurs an

Um Gläubige dabei zu unterstützen, von ihrem Glauben zu erzählen, bietet Ipolt Mitte Oktober im sächsischen Jauernick einen dreitägigen Glaubenskurs an. Dabei will der Bischof laut seinem Bistum mit den Kursteilnehmern über den Glauben ins Gespräch kommen und ihr Glaubenswissen vertiefen. "Ich lade persönlich zu diesem Kurs ein, weil es der wichtigste Dienst des Bischofs ist, den Glauben zur Sprache zu bringen und ihn immer wieder zeitgemäß zu verkünden", so Ipolt. Ebenso sei es seine Aufgabe, Menschen zu helfen, ihren Glauben zu vertiefen, damit sie selbst sachgerecht über den Glauben sprechen könnten.

Der Oberhirte des gemessen an der Zahl der Katholiken kleinsten deutschen Bistums betonte, dass ihm immer wieder Christen begegneten, die eingestünden, seit dem Religionsunterricht in der Schule kaum etwas für die Vertiefung ihres Glaubens getan zu haben. "Sie geben ehrlich zu, dass ihr Glaubenswissen zu wünschen übrig lässt und sie darum auch unsicher werden, wenn ihnen jemand eine Frage aus dem Bereich Glauben und Kirche stellt", so Ipolt wörtlich. Zugleich äußerten diese Menschen häufig eine Sehnsucht, sich in Glaubensfragen wieder auf den neuesten Stand zu bringen. Der Kurs, der von Freitagabend bis Sonntagmittag im Sankt-Wenzeslaus-Stift stattfindet, wolle das Glaubenswissen der Teilnehmer deshalb vertiefen und erweitern. (stz)