Ministerpräsident Markus Söder
Gebet in Münchener Synagoge

Ministerpräsident Söder: AfD ist "antibürgerlich"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat an einem Gebet in der Münchener Hauptsynagoge teilgenommen. Seine Solidaritätsaktion mit der jüdischen Gemeinde nutzte er auch für deutliche Worte in Richtung "Alternative für Deutschland".

München - 16.09.2019

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat am Montagnachmittag in München an einem Gebet in der Hauptsynagoge Ohel Jakob teilgenommen. Nach mehreren antisemitischen Vorfällen in der bayerischen Landeshauptstadt wollte er damit Verbundenheit und Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft zeigen. "Ihre Sorgen sind unsere Sorgen", sagte Söder. Betroffenheit und Scham reichten nicht mehr aus. Deshalb müsse gelten: "Keine Toleranz gegenüber Intoleranten."

Söder: Antisemitismus ist kein Kavaliersdelikt

Keine Demokratie dürfe sich täuschen, am Ende seien alle betroffen, warnte der Ministerpräsident. Der Freistaat stehe an der Seite seiner jüdischen Mitbürger, Antisemitismus sei kein Kavaliersdelikt. Der Rechtsstaat müsse in dieser Hinsicht seine Zähne noch schärfen. Zugleich griff Söder die AfD als "antibürgerlich" an. Diese Partei sei eine "neue Heimat für alte Gedanken und neue Nazis" geworden.

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, ergänzte, die "sogenannte Alternative" stehe gegen Demokratie, Freiheitlichkeit und damit gegen eine "lebens- und liebenswerte Heimat für alle Menschen". Betroffen sei nicht nur die jüdische Gemeinschaft, es gehe um die demokratische Gesellschaft insgesamt, deren Werte und die Würde des Menschen.

Psalmen in Deutsch und Hebräisch 

Söder und Gemeinderabbiner Shmuel Aharon Brodman hatten bei dem Gebet abwechselnd in Deutsch und Hebräisch aus den biblischen Psalmen rezitiert. Anwesend waren auch Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler), Landtagsabgeordnete mehrerer Fraktionen, der Antisemitismusbeauftragte der Staatsregierung, Ludwig Spaenle (CSU), Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), Kirchenvertreter, sowie der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster. (KNA/gho)