Erzbischof: Kirchliche Schulen vor Diskriminierungsklagen schützen
"Homo-Ehe"-Aktivisten würden Schulbildung bedrohen

Erzbischof: Kirchliche Schulen vor Diskriminierungsklagen schützen

Klagen von "Aktivisten" für die gleichgeschlechtliche Ehe "bedrohen unmittelbar die Zukunft einer auf Glauben basierenden Schulbildung", sagt Sydneys Erzbischof Anthony Fisher. Er mahnt deshalb zum Schutz kirchlicher Schulen.

Sydney - 17.09.2019

Sydneys Erzbischof Anthony Fisher hat vor möglichen Diskriminierungsklagen gegen kirchliche Schulen gewarnt. Klagen von "Aktivisten" für die gleichgeschlechtliche Ehe "bedrohen unmittelbar die Zukunft einer auf Glauben basierenden Schulbildung in diesem Land", sagte er dem Nachrichtenportal "The Australian" (Dienstag). Der Vorsitzende der Bischofskommission für katholische Bildung äußerte sich mit Blick auf die Klage einer Lehrerin, die wegen ihrer Befürwortung der Homo-Ehe vom Ballarat Christian College entlassen wurde. Die Schule nordwestlich von Melbourne gehört keiner bestimmten Konfession an.

Die Befürworter der "Homo-Ehe" hätten vor zwei Jahren vor der Volksabstimmung versichert, es werde für "Gegner keine negativen Folgen geben", sagte Fisher. Nur zwei Jahre später würden Aktivistengruppen zugeben, dass diese Versicherung "falsch" war. Fisher forderte Justizminister Christian Porter auf, "dringend klarzustellen", dass religiöse Schulen "vor ähnlichen Klagen geschützt werden".

Australiens Regierung hatte 2017 vor der Legalisierung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare den Kirchen die Einführung von Gesetzen zum Schutz der Religionsfreiheit zugesagt. Der im August vorgelegte Gesetzentwurf erlaubt es Arbeitgebern, Angestellten die Äußerung ihrer persönlichen religiösen Überzeugung zu untersagen, wenn diese Unternehmen und ihren Marken finanziell schaden könnten.

"Positive Diskriminierung"

Die von Kirchen geforderte "positive Diskriminierung" ist im Gesetzentwurf nicht vorgesehen. Unter "positiver Diskriminierung" wird das Recht von Arbeitgebern und religiösen Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäusern verstanden, Mitarbeitern zu kündigen beziehungsweise Schüler von der Schule zu verweisen, deren Lebensweise oder sexuelle Orientierung nicht den Geboten ihrer jeweiligen Religion entsprechen.

Zuletzt hatte es auch in den USA Auseinandersetzungen zwischen der Kirche und Lehrern im Zusammenhang mit der "Homo-Ehe" gegeben. So entzog der Erzbischof von Indianapolis, Charles Thompson, im Juni der "Jesuit Preparatory School" die offizielle Anerkennung, weil sie einen Lehrer beschäftigt, der in einer gleichgeschlechtlichen Ehe lebt. Eine katholische High School entließ ebenfalls auf Wunsch des Erzbistums Indianapolis eine homosexuelle Lehrkraft, weil diese offen und dauerhaft in einer "Homo-Ehe" lebe und so die katholische Identität der Schule gefährdet sei. (tmg/KNA)