Höhere Aufwendungen: Jahresüberschuss im Bistum Essen stark gesunken
Mehr Mittel für Altersvorsorge, Kirchengebäude und Bischöfliche Schulen

Höhere Aufwendungen: Jahresüberschuss im Bistum Essen stark gesunken

Die Einnahmen sind zwar leicht gestiegen – dennoch ist der Überschuss des Bistums Essen im Vergleich zu den Vorjahren stark zurückgegangen. Mit Blick auf diese Bilanz sieht Generalvikar Klaus Pfeffer die Finanzpolitik der Diözese bestätigt.

Essen - 27.09.2019

Das Bistum Essen verzeichnet in der Jahresbilanz für 2018 einen Überschuss von einer halben Million Euro. Dies bedeutet einen starken Rückgang gegenüber den beiden Vorjahren 2017 mit 17 Millionen Euro und 2016 mit 31 Millionen Euro. Zur Begründung verweist der am Freitag in Essen veröffentlichte Jahresbericht auf höhere Aufwendungen für Altersvorsorge, Kirchengebäude und Bischöfliche Schulen.

Die Einnahmen aus der Kirchensteuer haben sich leicht um 3 Millionen Euro auf 175 Millionen Euro erhöht. Die Erträge insgesamt stiegen um 10,5 Millionen Euro auf 269,3 Millionen Euro. Doch mit den Einnahmen habe der gestiegene Aufwand nur knapp ausgeglichen werden können, erklärte Finanzdirektor Daniel Beckmann. Die Aufwendungen lagen bei 268,8 Millionen Euro, 27 Millionen Euro mehr als 2017. Das Eigenkapital wuchs leicht auf 209 Millionen Euro.

"Jetzt zeigt sich, dass es in den vergangenen Jahren richtig war, unsere finanziellen Rücklagen zu stärken", betonte Generalvikar Klaus Pfeffer. Die Kirche profitiere von der "ausgesprochen guten Wirtschaftslage" und der hohen Beschäftigung. Sorge bereite "die hohe Zahl der Kirchenaustritte" und die demografische Entwicklung mit mehr Beerdigungen als Taufen.

Klaus Pfeffer ist Generalvikar im Bistum Essen.

Statistisch zahlt jeder der rund 755.000 Katholiken im Ruhrbistum im Schnitt 230 Euro Kirchensteuer pro Jahr. Tatsächlich entrichtet aber mehr als die Hälfte der Mitglieder keine Kirchensteuer. 75 Prozent stammen von nur 15 Prozent der Mitglieder. Dabei steueren die 20- bis 35-Jährigen im Schnitt rund 350 Euro pro Jahr bei, die beruflich meist etablierteren 45- bis 60-Jährigen rund 700 Euro. Beckmann warnte vor einer "Klippe" bei den Einnahmen, wenn in wenigen Jahren mit der "Babyboomer"-Generation auch viele Katholiken in den Ruhestand gingen.

40 Prozent der Aufwendungen flossen laut Bericht in die 42 Pfarreien des Bistums. Für die Kitas wurden 22,1 Millionen Euro ausgegeben. 6,2 Millionen Euro Eigenmittel brachte die Diözese für seine sieben eigenen sowie zwei Ordensschulen auf. Statt der geforderten sechs Prozent trägt das Bistum hier mindestens 14 Prozent des Aufwands. Die Caritas erhielt 13,4 Millionen Euro und damit 600.000 Euro mehr als 2016.

Während die Bilanz des Bistums nach den Standards des Handelsgesetzbuches ein Volumen von 352,4 Millionen Euro umfasst (2017: 314,9 Millionen Euro), schlagen die weiteren großen Rechtsträger Versorgungs-Fonds mit 217,9 Millionen Euro (plus 25,7 Millionen Euro), der Bischöfliche Stuhl mit 2 und das Domkapitel mit 27,2 Millionen Euro zu Buche. (KNA)