In Deutschland ist der Besitz und Handel mit Cannabis strafbar.
Bei seiner Verhaftung hatte er ein Kilogramm Marihuana bei sich

Pfarrer dealte mit Drogen – zweieinhalb Jahre Haft

Er hatte eigentlich nur einem arabischen Flüchtling helfen wollen, sagt er. Doch nachdem man seine Hilfsbereitschaft ausgenutzt hatte, gelangte der Pfarrer auf die schiefe Bahn – und muss nun die Konsequenzen tragen.

Chemnitz - 22.10.2019

Das Landgericht Chemnitz hat am Montag einen evangelischen Pfarrer wegen des Besitzes von und Handels mit illegalen Drogen zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Die Strafe könne nicht zur Bewährung ausgesetzt werden, weil es sich bei den Delikten um Handel mit jeweils mehreren Kilogramm Marihuana handelte, heißt es laut Tageszeitung "Freie Presse" in der Urteilsbegründung. Der Angeklagte war zu Prozessbeginn voll geständig gewesen und konnte den Behörden mehrere andere Dealer nennen.

Der Pfarrer war in die Drogenszene geraten, weil er einem arabischen Flüchtling helfen wollte. Dieser hatte vorgegeben, seine Familie nach Deutschland nachholen zu wollen. Dafür habe der Geistliche ihm 12.000 Euro gegeben. Doch habe ihm der Flüchtling die Summe nie zurückgezahlt. Der Pfarrer sei sich "betrogen" vorgekommen und wollte sein Geld zurückbekommen. So habe er den Flüchtling bei dessen Drogenkurierfahrten nach Leipzig begleitet. Später habe er die Fahrten selbst durchgeführt, Marihuana verkauft und Geld eingetrieben. Schließlich entdeckten Polizisten bei einer Verkehrskontrolle ein Kilogramm Marihuana in seinem Auto, wie die "Freie Presse" vor einer Woche berichtete.

Neben der Haftstrafe erwartet den Geistlichen ein Disziplinarverfahren der evangelischen Kirche. Er ist bereits seit einem Jahr von seinen seelsorgerlichen Pflichten entbunden. Als Folge des Verfahrens wird er seinen Beruf aufgeben müssen. Zum Ende des Prozesses vor dem Landgericht entschuldigte er sich bei den Gemeindemitgliedern, die er als Pfarrer enttäuscht habe. (cst)