Ein Kandidat liegt während seiner Priesterweihe auf dem Boden.
Ergebnisse der Herbstvollversammlung vorgestellt

Österreichs Bischöfe unterstützen "viri probati"-Vorschlag der Synode

Die Amazonas-Synode sprach sich für die Zulassung von verheirateten Männern zur Priesterweihe aus. Zum Abschluss ihrer Herbstvollversammlung haben sich auch die österreichischen Bischöfe positiv zu dieser Option geäußert.

Wien - 08.11.2019

Die österreichischen Bischöfe unterstützen den Vorschlag der jüngsten Amazonas-Synode für eine mögliche Zulassung von verheirateten Männern zur Priesterweihe. Zugleich erklärten sie am Freitag im Anschluss an ihre Herbstvollversammlung in Laab im Walde, "dass die Grundform des priesterlichen Dienstes in der römisch-katholischen Kirche die ehelose Lebensform bleibt". Thema der Bischofssynode im Oktober seien "neue Wege für die Kirche" in einer 80 mal so großen Region wie Österreich gewesen, erinnerte die Bischofskonferenz.

Auf der Suche nach einer zeitgemäßen Seelsorge hatten sich die Synodenteilnehmer mehrheitlich für eine mögliche Zulassung von verheirateten Männern zur Priesterweihe ausgesprochen, die sich neben ihrem Beruf nach entsprechender Ausbildung zuvor als Ständige Diakone in ihren Pfarrgemeinden bewährt haben. Mit Blick auf kirchliche Dienste von Frauen sprach sich die Synode, wie die österreichischen Bischöfe jetzt erinnerten, für die Möglichkeit von Gemeindeleiterinnen aus und ersuchte den Papst, die Frage nach der Zulassung zum Diakonat erneut zu prüfen.

Warnung vor Tötung auf Verlangen

Weiter forderten die Bischöfe die Politik zum Erhalt bestehender Schutzbestimmungen gegen eine Tötung auf Verlangen auf. Dem bisherigen klaren Bekenntnis zu einer "Kultur des Beistands" am Lebensende müssten weitere konkrete Taten folgen, heißt es in der Erklärung der Bischofskonferenz zum Abschluss ihrer Herbstvollversammlung. "Ist das Verbot der Tötung auf Verlangen und der Beihilfe zur Selbsttötung einmal aufgehoben, dann ist der Schritt zu einer gesellschaftlichen Normalität, die schließlich in eine soziale Pflicht pervertiert, nicht weit", so die Begründung der Bischöfe.

Eindringlich warnen sie vor einer nur an Einzelfällen festgemachten Debatte um Suizidbeihilfe. Studien belegten, dass nicht etwa der körperliche Schmerz das Hauptmotiv für einen Tötungswunsch sei, sondern vielmehr psychische Belastungen wie Depression, Hoffnungslosigkeit und Angst. Die Antwort darauf könne "nicht Tötung sein, sondern professionelle Hilfe, Beratung und Beistand".

Der Wunsch, nicht mehr leben zu wollen, sei vor allem ein "Hilfeschrei, den man nicht überhören darf", so die Bischöfe. Um darauf reagieren zu können, sei eine "Kultur der Sorge und des Beistands" nötig, die eine "liebevolle Begleitung bis an die Schwelle des Todes" erlaube. Besondere Bedeutung messen die Bischöfe dabei der Palliativversorgung zu. Sie sei entscheidend zur "Wiederentdeckung der ganzheitlichen Begleitung eines Kranken". (tmg/KNA)