Ein Adventskalender
Wie Menschen in 24 Ländern der Welt feiern

Weihnachten weltweit

Erfahren Sie in unserem Adventskalender jeden Tag, wie Weihnachten in anderen Ländern gefeiert wird. Lernen Sie Väterchen Frost, Befana und Sinterklaas kennen und lassen Sie sich inspirieren von Köstlichkeiten aus aller Welt.

Von Melina Schütz |  Bonn - 01.12.2019

Mit Plätzchen backen und Weihnachtsmarkt vertreiben wir uns oft die Zeit bis Heiligabend. Wir schmücken das Haus, lassen uns von weihnachtlicher Musik beschallen und warten Klein wie Groß auf den 24. Dezember, weil wir hierzulande Heiligabend feiern. Zwar hat jede Familie ihre eigenen Traditionen zum Fest, dennoch gibt es ein paar Gepflogenheiten, die landesweit verbreitet sind. Von Tannenbaum und Krippe über Christmette und Bescherung. Auch das Weihnachtsessen ist meist traditionell verankert. Wie Weihnachten in anderen Ländern gefeiert wird, erfahren Sie jeden Tag bei katholisch.de.

12. Dezember: Litauen

In Litauen mischen sich viele katholische mit heidnischen Bräuchen. Gefeiert wird an Heiligabend. Die Familie kommt zusammen, sobald die Sterne am Himmel zu sehen sind. Dies soll an den Stern von Bethlehem erinnern. Vor dem Essen wird "Strohhalmziehen" gespielt. Wer einen dicken Strohhalm erwischt, dem steht ein gutes Jahr bevor. Zum Festmahl werden zwölf fleischfreie Gerichte serviert, die an die zwölf Apostel erinnern sollen. Traditionell ist einer der Gänge "Kūčiukai", ein Gebäck mit Mohnsamen. Geschenke gibt es erst nach der Mitternachtsmesse.

Kathedralenplatz Vilnius, Litauen

Ein Weihnachtsbaum auf dem Kathedralenplatz in Vilnius, Litauen.

11. Dezember: Äthiopien

Auch in Äthiopien feiern die orthodoxen Christen Weihnachten im Kreis der Familie und Freunde. Allerdings erst am 7. Januar. Das liegt daran, dass die Äthiopier dem julianischen Kalender folgen. Am Vorabend beginnen die Feierlichkeiten mit dem Kirchgang, der schon mal die ganze Nacht dauern kann. Mit dem Weihnachtsessen am 7. Januar endet die etwa 40-tägige Fastenzeit. Das Menü besteht aus "Injera", das sind selbstgebackene Brotfladen, die mit Rind-, Lamm- und Geflügelgerichten kombiniert werden. Auch Eintöpfe wie "Doro Wot" werden gerne verzehrt. Schenken ist in Äthiopien eine Unsitte. Selten erhalten die Kinder Geschenke in Form von neuer Kleidung.

Äthiopisch-orthodoxe Kirche

10. Dezember: Kanada

Das Heimatland unzähliger Weihnachtsbäume, die Jahr für Jahr den gesamten Kontinent mit Tannenbäumen versorgen. Die weihnachtlichen Traditionen sind durch Länder, wie die USA, Frankreich und sogar durch Deutschland und Schottland bedingt und regional verschieden. Gefeiert wird in Kanada am 25. Dezember, wenn die Familie morgens unter dem Tannenbaum zusammenkommt, wo Santa Claus nachts durch den Kamin Geschenke gebracht hat. Ein traditionelles Weihnachtsessen besteht aus Truthahnbraten mit Kartoffelbrei, Preiselbeersoße und Kirschkuchen. Am 26. Dezember ist auch in Kanada "Boxing-Day", bei dem Essen und Geschenke an Bedürftige verteilt werden. Allerdings tauschen viele Kanadier auch ihre Geschenke um.

Niagarafälle im Winter

Niagarafälle im Winter, Kanada

9. Dezember: Venezuela

Am Abend des 24. Dezembers gibt es ein großes Essen im Familienkreis. Dazu werden "Hallaca", gefüllte Teigtaschen in Bananenblättern, gereicht. Im Anschluss an das Essen werden Geschenke verteilt und die Familien machen sich auf den Weg zum Gottesdienst. Viele Venezolaner fahren mit Rollschuhen in die Kirche. Dafür werden sogar Straßen abgesperrt, um diese Tradition fortzuführen.

Straßen in Venezuela im Advent

Weihnachtlich geschmückte Straßen in Venezuela

8. Dezember: Ägypten

In Ägypten wird ähnlich wie in anderen afrikanischen Ländern am 7. Januar Weihnachten gefeiert. Das koptische Weihnachtsfest errechnet sich nach dem julianischen Kalender und ist das Ende der Fastenzeit, die 43 Tage andauert und den Fastenden tierische Speisen verbietet. 40 Tage wird Mose gedacht, der am Berg Sinai auf die 10 Gebote wartete, die übrigen drei Tage sind dem Wunder des Bergs "El Mokattam" gewidmet. Der durch die göttliche Hand bewegt wurde. Traditionell wird "Zalabya" und "Bouri" serviert. Dabei handelt es sich um Gebäck sowie ein Fischgericht.

Koptisch, orthodoxe Kirche in Ägypten

Koptische Kirche in Sharm El Sheikh, Ägypten bei Nacht.

7. Dezember: Australien

Auch in Australien heißt es am 25. Dezember. "Merry Christmas", wenn Santa Claus die Familien mit Geschenken beschert. Der Tradition nach kommt er durch den Schornstein und verteilt, wie in anderen englischsprachigen Ländern, Geschenke in Strümpfen und unter dem Baum. Zu essen gibt es Putenbraten oder Fisch und Meeresfrüchte und als Nachtisch Plumpudding. Da Weihnachten in Australien mitten in den Sommer fällt, veranstalten die Einwohner häufig BBQs oder Picknicks am Strand. Viele Familien reisen auch am 2. Weihnachtsfeiertag in die Ferien.

Australien Skyline

Oper und Skyline von Sydney, Australien.

6. Dezember: Niederlande

In den Niederlanden wird Nikolaus als wichtigster Tag gefeiert. Bereits in der Woche vor Nikolaus reist "Sinterklaas" durch die Städte und Dörfer und verteilt, kleinere Geschenke. Dafür stellen die Kinder jeden Abend ihre Stiefel vor die Türe. Am Nikolausabend, dem 5. Dezember gibt es dann eine Bescherung mit größeren Geschenken. Häufig werden den Präsenten Gedichte beigelegt, die der Beschenkte zur Erheiterung aller laut vorlesen muss. Damit "Sinterklaas" auch die richtigen Geschenke bringt, stecken die Kinder am letzten Samstag im November ihre Wunschzettel in die Stiefel. Erst nach dem 6. Dezember werden Weihnachtsbäume in holländischen Haushalten aufgestellt. An Heiligabendbesuchen die Niederländer den Gottesdienst. Am 25. Dezember genießen sie ein reichliches Weihnachtsessen mit Fondue oder Rind- und Wildgerichten.

Winter in den Niederlanden

Schneebedeckte Straßen in Holland.

5. Dezember: Grönland

Eingeläutet wird die Weihnachtszeit in Grönland mit dem Fest der Heiligen Lucia am 13. Dezember. Am Abend des 24. Dezembers ziehen die Kinder nach dem Kirchgang von Haus zu Haus und singen Weihnachtslieder. Belohnt werden sie dafür mit Süßigkeiten und Gebäck. Zu Hause tanzen die Grönländer um den Weihnachtsbaum herum und eröffnen so ihr Weihnachtsfest. Beschert werden die Kinder schon am Morgen des Heiligabends vom Weihnachtsmann. Auch der Weihnachtsbaum hat Tradition in Grönland, allerdings muss dieser schon viele Wochen vorher bestellt werden, da er aus Europa importiert werden muss. Zum Weihnachtsessen kommen Robben- oder Walfleisch auf den Tisch. Dazu gibt es Heilbutt und geräucherten Lachs.

Weihnachten in Grönland

Nordlichter über Hütten in Grönland

4. Dezember: Peru

Die Peruaner beginnen etwa vier Wochen vor dem Weihnachtsfest ihre Krippen "El Nacimiento" aufzubauen. Sowohl zu Hause als auch auf öffentlichen Plätzen, überall finden sich Darstellungen der Weihnachtsgeschichte. Je pompöser, desto besser. Die Krippe selbst bleibt leer, bis zum 24. Dezember um Mitternacht. Dann beginnt das peruanische Weihnachtsfest mit einem großen Mahl zu dem gerne Truthahn serviert wird. Im Anschluss an den Gottesdienstbesuch, wird ein großes Feuerwerk veranstaltet. Die Geschenke werden vom Weihnachtsmann gebracht.

Basilica of Ariquipa Peru

Die Basilica of Ariquipa in Peru zur Weihnachtszeit.

3. Dezember: Italien

Das Weihnachtsfest in Italien wird regional sehr unterschiedlich gefeiert. So werden die Italiener teilweise vom Christkind an Heilig Abend beschert oder aber "Befana" , die gute Hexe, bringt am 6. Januar Geschenke zu den Kindern. In jüngster Zeit ist auch "Babbo Natale", eine Version des Weihnachtsmanns, häufiger zu finden.
Am 25. Dezember wird landesweit gemeinsam mit der Familie ein opulentes Mahl aufgetischt. Auch hierbei gibt es große Unterschiede. Allerdings wird meist kein Fleisch serviert. Panettone mit Mascarpone hingegen kommt bei fast allen Italienern als Dessert auf den Tisch. Gerne folgen die Italiener auch der traditionellen Weihnachtsbotschaft des Papstes.

Kolosseum in Rom bei Nacht

Weihnachtsbaum vor dem Kolosseum in Rom.

2. Dezember: England

In der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember bringt "Father Christmas" englischen Kindern Geschenke. Diese werden in Strümpfe gesteckt, die die Familien am Kamin oder Treppengeländer aufgehangen haben. Der 24. Dezember wird in England für die Vorbereitungen der Feierlichkeiten genutzt. In vielen Familien werden die Wunschzettel der Kinder im Kamin verbrannt. Der Sage nach kann Father Christmas den Rauch lesen und bringt so die richtigen Geschenke. Das große Festessen beginnt mittags. Traditionell gibt es gefüllten Truthahn und zum Nachtisch Plumpudding. In der Füllung des Truthahns wird eine Münze versteckt. Wer später auf die Münze beißt hat einen Wunsch frei. Die Weihnachtsansprache der Queen ist für viele Engländer ein Highlight.

Den zweiten Weihnachtsfeiertag nennt man "Boxing-Day". Hierbei werden übers Jahr Spenden und Aufmerksamkeiten für Bedürftige, Freunde und Helfer gesammelt und am 26. Dezember verteilt. So kann es sein, dass man ein Obdachlosenheim beschert oder Menschen, die einem über das Jahr durch den Alltag helfen, wie Briefträgern oder Reinigungskräften.

Londoner Tower-Bridge im Schnee

Die Tower-Bridge in London bei Schneefall.

1. Dezember: Schweden

Die Schweden feiern am 24. Dezember ihr "Julfest". Die Vorbereitungen hierzu beginnen am Vorabend. Dabei wird eine Schüssel mit Milchbrei vor die Türe gestellt, um sich bei den Wichteln für ihre Unterstützung zu bedanken und diese gleichzeitig milde zu stimmen, in der Hoffnung, dass die Wichtel ihnen im kommenden Jahr keine Streiche spielen. Traditionell serviert man an Heiligabend "Julskinka", eine Art Schinkenbraten. Der Weihnachtsmann bringt gemeinsam mit dem Julbock, einem Ziegenbock, die Geschenke. In Schweden werden nicht nur Kinder beschert. Auch die Erwachsenen tauschen untereinander Präsente aus und bedenken dabei auch ihre Nachbarn. So ist es Brauch an Heiligabend Türen und Fenster unverschlossen zu lassen, sodass man den Nachbarn eine kleine Freude ins Haus bringen kann. Erst am ersten Weihnachtsfeiertag besuchen die Schweden den Gottesdienst.

Von Melina Schütz