Münsteraner Bischof erschüttert von Armut in Mauretanien

Genn: "Die Krippe von heute ist die Baracken-Siedlung in Afrika"

Aktualisiert am 19.12.2019  –  Lesedauer: 

Nouakchott ‐ In den vergangenen Tagen besuchte Münsters Bischof Felix Genn Mauretanien. Er war vor allem von der Armut erschüttert – und bezieht sie auf die Weihnachtsgeschichte.

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Der Münsteraner Bischof Felix Genn hat Parallelen zwischen der Weihnachtsgeschichte und der Armut in Afrika gezogen. "Die Krippe von heute ist die Baracken-Siedlung von Afrika", sagte Genn in einem Interview des Bistums Münster (Mittwoch). Der Oberhirte hatte in den vergangenen Tagen Nouakchott, die Hauptstadt der Islamischen Republik Mauretanien, besucht. Er habe dabei "eine sehr große Spannung zwischen Armut und Reichtum erfahren. Die Armut, die ich gesehen habe, schreit zum Himmel."

Genn berichtete davon, dass die wenigen reichen Menschen in der Hauptstadt oft neben den Baracken ihrer Arbeiter wohnen. "Schärfer kann ich mir den Gegensatz zwischen Arm und Reich nicht vorstellen." Er wisse nicht, wie "die Geschichte weitergehen würde", wenn Jesus heute in einer Baracke einer armen Familie in Nouakchott geboren würde, so der Bischof. Zusammen mit dem Münsteraner Weihbischof Stefan Zekorn war Genn anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der dortigen Kathedrale nach Nouakchott gereist und hatte den dortigen Bischof Martin Happe besucht, der aus dem Bistum Münster stammt. (mpl)