Kölner Kardinal predigt zum Fest der Unschuldigen Kinder

Woelki: Bluttest auf Down-Syndrom vernichtet gottgewolltes Leben

Aktualisiert am 29.12.2019  –  Lesedauer: 
Woelki: Bluttest auf Down-Syndrom vernichtet gottgewolltes Leben
Bild: © KNA

Köln ‐ 2021 sollen Bluttests auf Trisomie 21 bei Risikoschwangerschaften zur Kassenleistung werden. Für den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki droht damit "das endgültige Lebens-Negativ für Kinder mit Down-Syndrom".

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Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki prangert die für 2021 vorgesehene Krankenkassenleistung für Bluttests auf Trisomie 21 bei Risikoschwangerschaften an. Ein positives Ergebnis werde in den meisten Fällen zu einem Abbruch führen und so "das endgültige Lebens-Negativ für Kinder mit Down-Syndrom sein", sagte Woelki in seiner Predigt zum Fest der Unschuldigen Kinder am Samstag im Kölner Dom. "Ihre gottgewollte Zukunft wird vernichtet."

Solch nicht-invasive Pränataldiagnostik habe als einziges Ziel die Verhinderung von Leben mit Behinderung, so der Erzbischof laut Redemanuskript. Das betreffe sowohl das vorgeburtliche Leben als auch das Leben derjenigen, die bereits geboren seien. Denn eine beständige Ausweitung der Diagnostik führe zu zunehmender Diskriminierung von Behinderten, "so als könne der medizinische Fortschritt die Norm dazu bestimmen, was lebens- und was lebensunwert ist". Diese Norm aber setze allein Gott. Aus der Norm rühre das Nein der Christen zur Abtreibung, erläuterte Woelki.

"Werbung für Abtreibung ist kriminell"

Entschieden wandte sich der Kardinal auch gegen Werbung für Abtreibung. Viele Menschen in Deutschland wüssten wahrscheinlich gar nicht, dass Abtreibung weiter strafbar sei und der Schwangerschaftsabbruch nur in Ausnahmefällen straffrei bleibe. Eine Werbung dafür komme einer Verharmlosung ihrer Durchführung gleich. "Werbung für Abtreibung, liebe Schwestern und Brüder, ist Werbung für einen Straftatbestand. Und das ist kriminell", so Woelki. Der Versuch einer Entkriminalisierung wäre ein "Dammbruch".

Christen würden sich niemals damit abfinden, "dass in unserem Land von nicht wenigen tausendfache Abtreibung als Normalität einer liberalen, humanen und aufgeklärten Gesellschaft" ausgegeben werde, sagte der Kardinal. Menschenwürde und Lebensschutz seien allgemeingültige und unveräußerliche Grundrechte eines jeden Menschen. (KNA)