Der frühere Erzbischof von Washington, Kardinal Theodore McCarrick.
Ex-Kardinal war sechs Jahre lang Erzbischof in der US-Hauptstadt

McCarricks Wappen aus Washingtoner Kathedrale entfernt

Das Erzbistum Washington hat sich mit einem symbolischen Akt von seinem früheren Oberhirten distanziert: Das Wappen von Theodore McCarrick ist nicht mehr in der Kathedrale zu finden. Mit der Maßnahme will die Erzdiözese ein Zeichen setzen.

Washington - 14.02.2020

Das Wappen des Ex-Kardinals und ehemaligen Erzbischofs von Washington, Theodore McCarrick, ist aus der Kathedrale der US-Hauptstadt entfernt worden. Der amtierende Erzbischof Wilton Gregory habe die Entscheidung persönlich getroffen, berichtete die "Catholic News Agency" am Donnerstag unter Bezugnahme auf eine Sprecherin der Erzdiözese Washington. Die Maßnahme sei demnach ein Teil der Bemühungen, McCarricks Opfern "Heilung und Frieden zu bringen". Der wegen sexuellen Missbrauchs seines Amtes enthobene McCarrick war von 2000 bis 2006 Erzbischof von Washington.

McCarricks Wappen war zuvor zusammen mit denen der anderen Amtsinhaber an einer Wand der Sankt-Matthäus-Kathedrale angebracht. Nachdem er aus dem Klerikerstand entlassen worden war, wurden sein Wappen sowie seine Amtsjahre als Erzbischof von Washington zunächst verdeckt. Nun wurde das Wappen entfernt und die Anordnung so geändert, dass es keine Lücke zwischen den Wappen von Kardinal Donald Wuerl, dem Nachfolger McCarricks, und seinem Vorgänger, Kardinal James Hickey, gibt.

McCarrick war 2018 des Missbrauchs von Minderjährigen und des sexuellen Fehlverhaltens gegenüber jungen Männern beschuldigt worden. Der Vatikan suspendierte den emeritierten Erzbischof von Washington aufgrund eines Übergriffs auf einen Messdiener im Jahr 1971. Im Juli 2018 nahm Papst Franziskus den Rücktritt des heute 89-Jährigen aus dem Kardinalskollegium an. Im Februar vergangenen Jahres wurde McCarrick aus dem Klerikerstand entlassen, nachdem die Glaubenskongregation zuvor seine Schuld als erwiesen angesehen hatte. Zuletzt wurde bekannt, dass er das Kloster, in dem er seit seinem Rücktritt aus dem Kardinalskollegium lebte, verlassen hat und in eine Residenz für aus dem Dienst entfernte Priester gezogen ist. (mal)