Kardinal Woelki: Halten an Missbrauchsstudie fest
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Veröffentlichung war verschoben worden

Kardinal Woelki: Halten an Missbrauchsstudie fest

Das Erzbistum Köln hat eine eigene Missbrauchsstudie in Auftrag gegeben, die Namen von Verantwortlichen nennt. Doch die Veröffentlichung wurde aus rechtlichen Gründen kurzfristig verschoben. Nun hat sich Kardinal Woelki mit einigen Details an die Gläubigen gewandt.

Köln - 14.03.2020

Nach der kurzfristig abgesagten Veröffentlichung der Missbrauchsstudie des Erzbistums Köln bittet der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki die Kirchengemeinden in einer eigenen Erklärung um Geduld. Die Erzdiözese halte weiter daran fest, "Fehler, die gemacht wurden, klar zu benennen und dabei sowohl die verantwortlichen Personen wie auch unsere Strukturen ohne falsche Rücksicht in den Blick zu nehmen". Der Erzbischof: "Der Zeitplan ändert sich, aber nicht das Ziel". Die Erklärung soll in den Gemeindegottesdiensten am Wochenende verlesen werden.

Noch kein neuer Termin

Die vom Erzbistum Köln beauftragte Münchner Kanzlei "Westpfahl Spilker Wastl" sollte am Donnerstag die Ergebnisse ihrer Recherchen in den Personalakten der Erzdiözese vorstellen. Die Präsentation wurde zwei Tage vorher mit der Begründung abgesagt, dass die geplante Nennung von Verantwortlichen wie früheren Bischöfen, Generalvikaren oder Personalchefs noch einer rechtlichen Klärung und Absicherung bedürfe.

Woelki zeigte sich zuversichtlich, dass die Kanzlei schon bald ihre Arbeit abschließen könne. Zugleich betonte er: "Einen neuen Termin kann und will ich heute nicht nennen." Sorgfalt und Gründlichkeit seien wichtiger als die Geschwindigkeit. "Wir meinen es ernst mit der Aufklärung, die wir angekündigt haben und werden unser Versprechen einlösen", betonte der Erzbischof.

Woelki hatte die Studie Ende 2018 in Auftrag gegeben. Der Untersuchungszeitraum reicht zurück bis 1975 und umfasst die Amtszeiten der Kardinäle Joseph Höffner (Erzbischof von 1969 bis 1887) und Joachim Meisner (1989 bis 2014). (KNA)

Missbrauch

2010 wurde erstmals eine größere Zahl von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche in Deutschland bekannt. Seitdem bemüht sich die Kirche um eine Aufarbeitung der Geschehnisse. Bei ihrer Vollversammlung veröffentlichen die deutschen Bischöfe am 25. September 2018 eine Studie, die die Missbrauchsfälle im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz zwischen 1946 und 2014 dokumentiert.