"Glaubhaft gegen rechtsextremistische Tendenzen positioniert"

Bistum Eichstätt stellt Ex-AfD-Politiker als Abteilungsleiter an

Veröffentlicht am 03.04.2020 um 14:35 Uhr – Lesedauer: 

Eichstätt ‐ Generalvikar Peter Michael Huber versicherte, der Jurist Jochen Backes habe sich im Bewerbungsverfahren glaubhaft von rechten Strömungen in der Partei distanziert. Zuvor arbeitete er in einem anderen deutschen Bistum.

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Das Bistum Eichstätt hat einen Juristen als Abteilungsleiter im Ordinariat eingestellt, der früher für die AfD in Essen Kommunalpolitik gemacht hat. Jochen Backes leitet seit 1. April die neu geschaffene Abteilung "Weltliches Recht" in der Zentralverwaltung, wie das Bistum am Freitag bekanntgab. Bisher war er in der Rechtsabteilung des Generalvikariats Essen tätig.

"Glaubhaft gegen rechtsextremistische Tendenzen"

Backes sei im Bewerbungsprozess offen mit seinem politischen Engagement umgegangen und habe sich glaubhaft öffentlich gegen rechtsextremistische Tendenzen in der AfD positioniert, versicherte Generalvikar Peter Michael Huber. Das Bistum Eichstätt akzeptiere keine Beschäftigten, die Rechtsextremismus unterstützten. Im Übrigen freue sich die Diözese, dass sie einen qualifizierten Abteilungsleiter mit viel Berufserfahrung bei der Kirche habe gewinnen können.

Nach Angaben des Bistums war Backes zunächst in der CDU, die er 2013 verließ. Nach seinem Parteiwechsel sei er 2014 für die AfD in den Essener Stadtrat eingezogen. Anfang 2015 sei er aus der AfD ausgetreten, wegen des "Rechtsrucks der Partei", zitiert das Bistum Backes in seiner Mitteilung. Er stehe "voll und ganz hinter den Werten eines christlichen Menschenbildes". (KNA)

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