Ackermann: "Bitte überfordern Sie sich nicht!"

Bistum Trier stellt Schutzkonzept für Gottesdienste vor

Aktualisiert am 27.04.2020  –  Lesedauer: 

Trier ‐ Seit Wochen werden im Zuge der Corona-Krise in vielen Bistümern keine öffentlichen Gottesdienste mehr gefeiert – auch in der Diözese Trier. Mit einem Schutzkonzept will das Bistum zu Messfeiern und anderen Liturgien zurückkehren.

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Das Bistum Trier hat ein Schutzkonzept zur Wiederaufnahme von öffentlichen Gottesdiensten herausgegeben. Jede gottesdienstliche Feier sei so zu gestalten, "dass sie einerseits würdig ist, andererseits aber die Gefahr der Ansteckung mit dem Corona-Virus weitestgehend vermieden wird", heißt es in dem am Montag veröffentlichten Papier der Diözese. Überschrieben ist das Sicherheitskonzept mit den Worten "Schritt für Schritt", da es nicht um eine Verpflichtung zur Feier von Liturgien gehe, sondern vielmehr um das Sammeln von Erfahrungen mit Gottesdiensten unter Corona-Bedingungen, wie Bischof Stephan Ackermann in einem begleitenden Schreiben ausführt. Sein Ansinnen sei nicht, "alles auf einmal wieder einzuführen und so zu tun, als ob nichts wäre".

Obwohl das Trierer Schutzkonzept dazu aufruft, "behutsam Konzepte zu entwickeln, wie auch das religiöse Leben Schritt für Schritt wieder stärker öffentlich gestaltet werden kann", finden sich in ihm teils sehr konkrete Formulierungen. Damit geht die Diözese teilweise deutlich über die Schutzkonzepte hinaus, die Bistümer aus Nordrhein-Westfalen und Ostdeutschland in der vergangenen Woche festgeschrieben hatten. So legen etwa die Trierer Bestimmungen fest, dass der zuständige Pfarrer "zusammen mit dem Pastoralteam und den pfarrlichen Gremien" entscheidet, ob öffentliche Gottesdienste angeboten werden sowie über deren Form und Umfang. Zudem schreibt das Schutzkonzept eine "Einbahn-Regelung" beim Betreten, Verlassen und innerhalb der Kirche vor.

Weiterhin sei ein verpflichtender "Empfangsdienst" einzurichten, der die Einhaltung des Schutzkonzeptes sicherstellt. Ein Anmeldeverfahren ist ebenso anzuwenden. Als Höchstdauer für einen Gottesdienst setzt das Schreiben eine Stunde fest und verbietet eine musikalische Begleitung durch Chor oder Orchester. Auf gemeinsamen Gesang soll zudem verzichtet werden. Für die Mitwirkenden der Liturgie gelten strenge Hygiene-Vorschriften und Kommunionspendern ist die Verwendung von Schutzmaske und -handschuhen zwar nicht vorgeschrieben, aber doch möglich.

Noch weit entfernt vom Normalzustand

Die umfangreichen Auflagen würden zeigen, dass man "noch weit entfernt von den gewohnten und unbeschwerten Gottesdienstversammlungen" sei, so Ackermann. "Manch einer wird sich fragen, ob wir die Gläubigen mit all den Vorsichtsmaßnahmen nicht abschrecken und ob unter diesen schwierigen Bedingungen überhaupt ein würdiger Gottesdienst stattfinden kann." Der Trierer Bischof gab zu, sich die gleichen Fragen zu stellen und aktuell noch keine Antwort darauf zu haben. Der gemeinschaftliche Aspekt der Messe werde unter den Sicherheitsvorkehrungen "nur eingeschränkt erlebbar sein". Vielleicht werde "die Erfahrung des inneren Erlebens des Gottesdienstes dafür stärker sein", so die Hoffnung Ackermanns.

Die Umsetzung erfordere "einiges an Kraft, Geduld und Organisation, sowie eine hohe Disziplin von allen Mitfeiernden". Haupt- und Ehrenamtliche müssten sich gegenseitig unterstützen. "Bitte überfordern Sie sich nicht!", so Ackermann. Das Schutzkonzept der Diözese Trier stehe derzeit noch unter dem Vorbehalt der letzten Zustimmung des Bundes und der Länder, die jedoch voraussichtlich am 30. April nach der Bund-Länder-Konferenz erteilt werde. (rom)

Linktipp

Hier finden Sie das Schutzkonzept aus Trier in voller Länge.