Alte Mainbrücke in Würzburg mit Blick auf das Rathaus und den Dom St. Kilian.
Ziel ist mehr Transparenz in Finanzangelegenheiten

Bistum Würzburg ordnet Vermögensverwaltung neu

Seit dem Skandal um das Limburger Bischofshaus bemühen sich die Bistümer um mehr Offenheit bei den Finanzen. Dabei geht Würzburg jetzt einen weiteren Schritt. Er soll eine bessere Kontrolle der diözesanen Ausgaben ermöglichen.

Würzburg - 13.07.2020

Das Bistum Würzburg will in Finanzangelegenheiten für mehr Offenheit sorgen. So wurden nun der Bischöfliche Stuhl und die Vermögensverwaltungsräte neu geordnet, wie die Diözese am Montag mitteilte. Dies sei geschehen, "um unserem Anspruch eines transparenten Verwaltungshandelns und einer wirksamen Wahrnehmung von Kontrolle entsprechen zu können", erklärte Generalvikar Thomas Keßler. Die neuen Statuten habe Bischof Franz Jung zum 1. Juli in Kraft gesetzt.

Wohnung und Amtsräume für den Bischof

Organe der Körperschaft Bischöflicher Stuhl zu Würzburg sind laut Mitteilung der Diözesanbischof, der Verwalter sowie der Vermögensverwaltungsrat. In dem Statut sei definiert, dass die Körperschaft Bischöflicher Stuhl ausschließlich und unmittelbar kirchliche Zwecke verfolge. Dazu gehörten die "Förderung der Werke der Frömmigkeit, des Apostolats und der Caritas sowie die Förderung der katholischen Religion".

Außerdem gewähre die Körperschaft dem Bischof von Würzburg Wohnung und Amtsräume für die Dauer seiner Amtszeit, heißt es. Zudem könne der Bischöfliche Stuhl juristischen Personen - insbesondere der Diözese Würzburg - finanzielle und sachliche Mittel beschaffen oder zur Verfügung stellen, wenn diese den oben genannten kirchlichen Zwecken dienten.

Die Mittel des Bischöflichen Stuhls teilten sich in Stammvermögen und freies Vermögen. Erstgenanntes sei im Bestand ungeschmälert zu erhalten, "insbesondere unter Heranziehung der Erträge aus dem Stammvermögen". Informationen zum Vermögen des Stuhls fänden sich in der jährlich veröffentlichten Bilanz.

Drei bis fünf Mitglieder für beide Gremien

Ein weiteres Statut regele die neu aufgestellten Vermögensverwaltungsräte der beiden Rechtsträger Bischöflicher Stuhl und Diözese. Neben dem Bischof gehörten drei beziehungsweise fünf Mitglieder den beiden Gremien an. Sie würden in Kürze vom Bischof ernannt. Neu sei, dass weder der Generalvikar noch der Finanzdirektor Mitglied sein könnten. Außerdem könne eine Person nicht in beiden Gremien gleichzeitig Mitglied sein. Die Amtszeit betrage je fünf Jahre.

Der Vermögensverwaltungsrat des Bischöflichen Stuhls stimmt laut Mitteilung dem Haushaltsplan zu und beschließt über die Anerkennung des geprüften Jahresabschlusses. Seine Zustimmung sei nötig, wenn es um einmalige Ausgaben von mehr als 30.000 Euro gehe, die Aufnahme von Darlehen oder den Abschluss von Arbeits- und vergleichbaren Dienstverträgen. (KNA)