Seit 2013 wird der italienische Jesuit Paolo Dall'Oglio in Syrien vermisst.
Schicksal von entführtem Jesuiten weiter ungewiss

Nuntius: Haben für Rettung von Pater Dall'Oglio "alles versucht"

Vor sieben Jahren wurde der Jesuit Paolo Dall'Oglio in Syrien von der Terror-Organisation IS entführt. Seidem fehlt jede Spur des Ordensmanns. Der Nuntius in Syrien beteuerte nun, "in den vergangenen Jahren wurde alles versucht", um ihn zu retten.

Vatikanstadt - 30.07.2020

Sieben Jahre nach der Entführung des italienischen Ordenspriesters Paolo Dall'Oglio in Syrien ist sein Schicksal immer noch ungewiss. Keine der bekannten Fährten lasse einen sicheren Schluss zu, ob der Jesuit noch lebe oder tot sei, sagte der Botschafter des Heiligen Stuhls in Damaskus, Kardinal Mario Zenari, dem vatikanischen Pressedienst Asianews (Mittwoch). Dall'Oglio war in der Nacht zum 29. Juli 2013 verschleppt worden, als er im Hauptquartier der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Rakka für Dialog werben und die Freilassung von Geiseln aushandeln wollte.

Kardinal Zenari verwies darauf, dass "in den vergangenen Jahren alles versucht wurde", um an Informationen über den Verbleib Dall'Oglios zu gelangen. Immer wieder habe man unterschiedliche "Gerüchte" gehört. Er erwarte von den Verantwortlichen "Gesten guten Willens", indem sie verlässliche Informationen bereitstellten. Als wahrscheinlichste These zum Verbleib des Jesuitenpaters gilt laut Asianews die Auskunft eines Ex-Milizionärs des IS, nach der Dall'Oglio gefoltert und wenige Tage nach seiner Entführung getötet wurde. Andere Quellen stützten diese Annahme, allerdings fehlten Beweise. Nach Statistiken der Vereinten Nationen seien in Syrien rund 100.000 Menschen so wie Dall'Oglio verschwunden.

Der römische Jesuit und Islamwissenschaftler Paolo Dall'Oglio arbeitete seit den 1980er-Jahren in Syrien und setzte sich besonders für die Ökumene und den christlich-islamischen Dialog ein. Wegen Kritik am syrischen Regime und angeblicher Unterstützung von Rebellen wurde er 2012 aus Syrien ausgewiesen. Papst Franziskus und der Jesuitenorden bekundeten mehrfach ihre Besorgnis über das Schicksal Dall'Oglios und forderten seine Freilassung. (rom/KNA)