Comedian Guido Cantz: Man darf die Kirche kritisieren, aber...
Moderator bedauert katholische Priester und ihren Termindruck

Comedian Guido Cantz: Man darf die Kirche kritisieren, aber...

Kabarettistin Carolin Kebekus sorgt mit bitterböser Satire über die Kirche immer mal wieder für Wirbel. Ihr Kollege und Katholik Guido Cantz betont nun: Witze über die Kirche ja, aber mit gewissen Einschränkungen.

Köln - 06.08.2020

TV-Moderator und Comedian Guido Cantz (48) bedauert die katholischen Priester und ihren Termindruck. So habe bei der Erstkommunion seines Sohnes der Pfarrer keine Zeit mehr für den anschließenden Fototermin gehabt, weil er zur nächsten Feier in einer anderen Kirche musste, sagte Cantz am Mittwoch dem kirchlichen Internetportal "domradio.de". "Das ist fast schlimmer als bei mir im Karneval. Du rennst ja von Auftritt zu Auftritt", habe er scherzhaft zu dem Geistlichen gesagt.

Witze über die Kirchen gehören laut Cantz wie das Osterlachen dazu. "Wenn man Vereinsmitglied ist, kann man auch ruhig mal den Vereinsvorstand kritisieren." Allerdings sollte man die "Kirche nicht bösartig kritisieren, sondern immer noch mit einem Lächeln. Das ist mir persönlich wichtig." Der Comedian bekundete den Wunsch, dass in der katholischen Kirche "deutlich mehr Frauen in leitenden Positionen was zu sagen haben und von mir aus auch sehr gerne Pastor werden dürften". Denn Frauen hätten eine sehr gute Herangehensweise an junge Familien. "Das ist ja der Nachwuchs, der in den Kirchen ein bisschen fehlt."

Cantz ist seit 1998 regelmäßig als Comedian und Moderator im deutschen Fernsehen zu sehen. Seit 2010 präsentiert er live die Samstag-Abend-Show "Verstehen Sie Spaß?" im Ersten. Seit 2006 tourt er zudem mit eigenen Bühnenprogrammen durch ganz Deutschland und tritt außerdem jährlich im Kölner Karneval auf. Er ist römisch-katholisch und wuchs in einem kirchlich geprägten Milieu in Köln auf. (tmg/KNA)