US-Bischof entschuldigt sich und zahlt 400.000 Dollar zurück
Michael Bransfield hatte Kirchengelder veruntreut und Priester sexuell belästigt

US-Bischof entschuldigt sich und zahlt 400.000 Dollar zurück

Seit 2005 hatte Michael Bransfield die US-Diözese Wheeling-Charleston geführt und in dieser Zeit mehrere hunderttausend Dollar veruntreut. Nun hat er eine hohe Summe an sein ehemaliges Bistum zurückgezahlt und hofft auf Versöhnung.

Washington - 21.08.2020

Der ehemalige Bischof der US-Diözese Wheeling-Charleston, Michael Bransfield (76), hat seinem Bistum rund 400.000 Dollar zurückgezahlt und sich für Verfehlungen in der Vergangenheit entschuldigt. In einem am Donnerstag veröffentlichten Schreiben teilte er mit: "Ich möchte mich für die Skandale und das Befremden entschuldigen, die ich mit meinen Worten und Taten als Bischof von Wheeling-Charleston verursacht habe."

Er hatte die Diözese seit 2005 geleitet. Nach schwerwiegenden Vorwürfen finanzieller Unregelmäßigkeiten und sexueller Übergriffe nahm Papst Franziskus 2018 Bransfields Rücktritt an. Eine kirchliche Untersuchung kam zu dem Schluss, dass die Vorwürfe "glaubwürdig und fundiert" seien. Dem Bischof wird unter anderem zur Last gelegt, Kirchengelder für Geschenke, Luxusartikel und Urlaube ausgegeben zu haben. Seit 2019 darf er keine priesterlichen oder bischöflichen Dienste mehr ausüben.

Bransfield hofft auf Versöhnung im Bistum

In Bransfields Schreiben heißt es weiter: Er sei wegen einiger angeblich "exzessiver" Ausgaben kritisiert worden und habe die Anweisung erhalten, einen Teil zurückzuerstatten. Dies habe er nun getan, obwohl er die Aufwendungen für korrekt gehalten habe.

Mit Blick auf die Anschuldigungen, er habe Priester und Seminaristen sexuell belästigt, entgegnete Bransfield: "Obwohl dies niemals meine Absicht war, bedauere ich es zutiefst, wenn etwas, das ich gesagt oder getan habe, ein solches Gefühl bei anderen ausgelöst hat." Er hoffe, dass seine Entschuldigung dazu beitragen werde, eine Art Versöhnung im Bistum zu erlangen.

Der amtierende Bischof von Wheeling-Charleston, Mark Brennan, hatte ursprünglich schwerere Sanktionen gegen seinen Vorgänger gefordert. So wollte er Bransfield eine Rückerstattung in Höhe von rund 800.000 Dollar auferlegen. Darin enthalten war eine Summe als "moralische Wiedergutmachung" für die in seiner Amtszeit veruntreuten Bistumsmittel. Gemeinsam mit der römischen Bischofskongregation sei entschieden worden, dass Bransfield sich entschuldigen und 441.000 Dollar zurückzahlen müsse, heißt es in einer Stellungnahme Brennans. Zudem würden die Altersbezüge des Geistlichen deutlich gekürzt. (rom/KNA)