Rudolf Voderholzer im Frankfurter Bartholomäus-Dom
Kirchlicher Reformprozess wertet Offenen Brief als "Beitrag zur Debatte"

Synodaler Weg: Voderholzer-Kritik muss in Frauenforum geklärt werden

Mit einem Offenen Brief hatte der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer gestern einen Text zur Ämterfrage für Frauen kritisiert. Nun hat sich der Synodale Weg geäußert und die Debatte an das zuständige Forum verwiesen. Diskussionen bei den anstehenden Regionenkonferenzen seien jedoch möglich.

Bonn - 03.09.2020

Der Synodale Weg hat die Kritik Bischof Rudolf Voderholzers an einem Textentwurf zum Thema Frauen und Ämter an das zuständige Forum verwiesen. Die vom Regensburger Oberhirten aufgeworfenen Verfahrensfragen müssten im Frauenforum "angesprochen und gemeinsam geklärt werden", sagten die beiden Pressesprecher des kirchlichen Reformprozesses, Theodor Bolzenius (ZdK) und Matthias Kopp (DBK), am Donnerstag auf Anfrage von katholisch.de. Dem Präsidium des Synodalen Wegs seien "klare und transparente Verfahren auf allen Beratungsebenen" als "Grundlage einer vertrauensvollen Zusammenarbeit" sehr wichtig.

In seinem am Mittwoch veröffentlichten Offenen Brief hatte Voderholzer den Textentwurf einer Arbeitsgruppe des Frauenforums scharf kritisiert. Es sei entgegen früherer Abmachungen bereits eine biblische Grundlegung der Ämterfrage für Frauen beschlossen worden, so Voderholzer in seinem an alle Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz, das Präsidium des Synodalen Weges und die Vorsitzenden des Synodalforums III gerichteten Schreiben. Er selbst habe als Mitglied des Forums aufgrund einer ausgefallenen Abstimmungsrunde "keinerlei Möglichkeit" mehr gehabt, sich "zu diesem Text zu verhalten".

Präsidium sei an "offener Debatte" gelegen

Zudem kritisierte Voderholzer die inhaltlich-biblische Argumentation des Textes, der bei den Regionenkonferenzen des Synodalen Wegs besprochen werden soll. Er hoffe nicht, dass mit dem vorliegenden Textentwurf "versucht wird, mit einer einseitig verfälschten Bibeltheologie die Teilnehmer der Regionalkonferenzen in eine bestimmte Richtung zu lenken, bzw. sie in falscher Sicherheit zu wiegen". Ein solches Verhalten würde ihn "enttäuschen" und "ratlos machen". 

Die inhaltliche Kritik Voderholzers bezeichneten die Pressesprecher des Synodalen Wegs als "einen Beitrag zur Debatte", der bei den am Freitag stattfindenden Treffen des Reformprozesses besprochen werden könne. "Über Sachpositionen zu sprechen und Argumente auszutauschen" sei ein "wesentlicher Bestandteil des Synodalen Wegs". Dem Präsidium sei an einer "offenen Debatte" sehr gelegen. 

Am Freitag treffen sich die Mitglieder der Synodalversammlung des Synodalen Wegs an fünf Orten: In Berlin, Dortmund, Frankfurt am Main, Ludwigshafen und München finden sogenannte Regionenkonferenzen statt. Mitglieder der Foren "Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche" sowie "Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft" sollen dabei ihre Zwischenergebnisse vorstellen. Die Textentwürfe der beiden Arbeitsgruppen wurden bereits veröffentlicht. (rom)