Voderholzer und Meier: Kirchenreform beginnt nicht bei Organisation
Augsburger Bischof besucht Amtsbruder in Regensburg

Voderholzer und Meier: Kirchenreform beginnt nicht bei Organisation

Bischof trifft Bischof: Augsburgs neuer Oberhirte Bertram Meier hat seinen Amtsbruder Rudolf Voderholzer in Regensburg besucht. Dabei betonten beide unter anderem, was sie unter "Erneuerung der Kirche" verstehen.

Regensburg - 08.09.2020

Der Augsburger Bischof Bertram Meier hat seinen Amtsbruder Rudolf Voderholzer in Regensburg besucht. Das Treffen der Oberhirten fand nach Angaben des Bistums Regensburg am Montag statt. "Beide drückten die feste Überzeugung aus: Die Erneuerung der Kirche beginnt nicht bei der Organisation, sondern in den gläubigen Herzen der Menschen", heißt es auf der Facebook-Seite der Diözese (Dienstag). Gemeinsam besuchten die Bischöfe demnach unter anderem den Regensburger Dom und das Institut Papst Benedikt XVI.

Im Dom hätten die Oberhirten gemeinsam am Grab des früheren Regensburger Bischofs Johann Michael Sailer (1751-1832) gebetet, teilte das Bistum weiter mit. Meier promovierte 1989 an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom mit einer dogmatischen Arbeit über das Kirchenverständnis Sailers. Dieser sei "eine starke Verbindung zwischen den Diözesen Augsburg und Regensburg", sagte Meier über den früheren Bischof, der gebürtig aus dem Augsburger Bistum stammte. Mit Blick auf Sailer sprach sich Meier gegen eine "Erneuerung der Kirche auf rationalistischer Grundlage" aus. Auch wandte er sich "gegen ein mechanistisches Verständnis bei allen seelsorglichen Tätigkeiten", hieß es. Vielmehr müssten "unsere Herzen erfüllt sein, damit die Herzen der Menschen erreicht werden können". Sailer habe in der Zeit der Aufklärung eindrucksvoll den Weg gezeigt, die Heiligen Schriften wieder geistlich zu erschließen und fruchtbar zu machen. Voderholzer sagte, er stehe ganz hinter dieser Erklärung Meiers.

Weiter hätten die Bischöfe in der Krypta des Doms auch die Gräber der früheren Regensburger Oberhirten Rudolf Graber (1903-1992) und Manfred Müller (1926-2015) sowie das Grab des in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs hingerichteten Dompredigers Johann Maier (1906-1945) aufgesucht und dort gebetet, hieß es. Beim Besuch des Instituts Papst Benedikt XVI. habe Gründungsdirektor Voderholzer dem Augsburger Bischof umfassende Einblicke in die Entstehung der Editio typica der Werke von Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. gegeben. – Meier (60) war am 6. Juni als Nachfolger von Konrad Zdarsa zum neuen Bischof von Augsburg geweiht worden. Voderholzer (60) leitet das Bistum Regensburg seit 2013. (tmg)