Ein Opferstock in einer Kirche.
Mehrfach Geld aus Spendenbehälter der Heilig-Geist-Kirche geangelt

Haft- und Geldstrafe: Zwei Opferstockdiebe in München verurteilt

Anfang März hatten die beiden 28-jährigen Männer in der Münchner Heilig-Geist-Kirche mehrfach Geld in unbekannter Menge aus einem Spendenbehälter geangelt. Jetzt wurden sie dafür verurteilt – einer muss sogar ins Gefängnis.

München - 11.09.2020

Das Amtsgericht München hat zwei Opferstockdiebe verurteilt. Laut Mitteilung der Justiz vom Freitag hatten die beiden 28-jährigen Männer Anfang März in der Münchner Heilig-Geist-Kirche mehrfach Geld in unbekannter Menge aus einem Spendenbehälter geangelt, dessen Inhalt für Bedürftige bestimmt ist. Ein aufmerksamer Mesner beobachtete das Geschehen auch mit Hilfe mehrerer Überwachungskameras und verständigte die Polizei. Bei weiteren Tatversuchen in den Folgetagen konnten die Männer festgenommen werden.

Wegen unterschiedlich hoher Vorstrafen fiel das Urteil unterschiedlich aus. Ein Täter erhielt eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten, der andere eine Geldstrafe in Höhe von 2.250 Euro, die aber durch die Untersuchungshaft abgegolten ist. Die Staatsanwaltschaft hat Berufung eingelegt, weil sie mit dem Strafmaß nicht einverstanden ist. Der Schuldspruch ist laut Gericht allerdings rechtskräftig.

Als strafverschärfend wertete die Richterin das geplante, arbeitsteilige Vorgehen der aus Rumänien stammenden Täter ohne deutschen Wohnsitz. Zudem sei der Diebstahl von Spenden zugunsten Hilfsbedürftiger "moralisch besonders verwerflich". Für die Angeklagten habe gesprochen, dass beide geständig gewesen seien und die gestohlene Geldsumme wahrscheinlich nur von geringem Wert gewesen sei. Der zuständige Pfarrer Rainer Maria Schießler hatte seinen Mesner unmittelbar nach der Festnahme der Täter belobigt und zum Dankeschön zu einem gemeinsamen Motorradausflug eingeladen. (KNA)