Der "Nobelpreis der Theologie" geht an...

Diesjährige Träger des Ratzinger-Preises bekanntgegeben

Aktualisiert am 02.10.2020  –  Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Er wird auch als "Nobelpreis der Theologie" bezeichnet und wird seit 2011 jährlich im Namen des emeritierten Papstes Benedikt XVI. vergeben: Jetzt ist bekannt, wer den Joseph-Ratzinger-Preis 2020 erhält.

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Tracey Rowland (57) und Jean-Luc Marion (74) sind die diesjährigen Träger des Ratzinger-Preises. Das gab die Vatikanische Stiftung Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. am Donnerstag bekannt. Die australische Theologin und der französische Philosoph sollen die seit 2011 vergebene Auszeichnung am 14. November erhalten.

Rowland ist Professorin an der katholischen University of Notre Dame Australia. Mehrere ihrer Arbeiten beschäftigen sich mit der Theologie Joseph Ratzingers. Marion gilt als einer der bekanntesten französischen Philosophen der Gegenwart. Er ist Mitglied der Gelehrtengesellschaft Academie francaise mit Sitz in Paris und hat eine Professur für Religionsphilosophie an der University of Chicago in den USA.

Der katholische Spezialist für Phänomenologie

Marion studierte mit Jacques Derrida und Louis Althusser in Paris, wo er auch an der Sorbonne lehrte. Sein Denken wurde durch Martin Heidegger, Edmund Husserl und Emmanuel Levinas geprägt. 2018 erhielt er die Regensburger Gastprofessur der Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI.-Stiftung. Der katholische Spezialist für Phänomenologie widmete sich dabei der Frage, was Offenbarung ist und wie sie sich verstehen lässt. Seine Vorlesungsreihe in Regensburg beschloss er mit einem Festvortrag über die "Metaphysik der ökologischen Krise".

Der Joseph-Ratzinger-Preis (italienisch Premio Joseph Ratzinger) wird jährlich für besondere wissenschaftlich-theologische Leistungen im Kontext des Gegenwartsdiskurses vergeben. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis ist nach dem bürgerlichen Namen des emeritierten Papstes Benedikts XVI. benannt und wird in Absprache mit ihm verliehen. Bekannte Preisträger aus den vergangenen Jahren waren die deutsche Theologin Marianne Schlosser (2018), der Bonner Dogmatiker Karl-Heinz Menke und der estnische Komponist Arvo Pärt (beide 2017). (tmg/KNA)