Kunst, auch von Bischof Wilmer
Hildesheimer Oberhirte gestaltete Mini-Leinwand für Spendenaktion

Kunstwerk von Bischof Wilmer wird versteigert

Wer schon immer einmal einen echten "Wilmer" im Wohnzimmer hängen haben wollte, dem bietet sich nun eine einmalige Gelegenheit: Ein Werk des Hildesheimer Bischofs wird für einen guten Zweck im Internet versteigert.

Hannover - 08.10.2020

Bischof Heiner Wilmer ist unter die Künstler gegangen: Der Hildesheimer Oberhirte hat ein Mini-Kunstwerk gestaltet, das bei einer Online-Auktion zugunsten eines Hospizes in Hannover versteigert wird, teilte die Katholische Kirche in der Region der niedersächsischen Landeshauptstadt am Dienstag mit. Neben Wilmer hätten auch weitere Prominente wie Wolfgang Joop, Lena Meyer-Landrut, Udo Lindenberg, Barbara Schöneberger oder Otto Waalkes ein Bild im Format von zehm mal zehn Zentimetern beigesteuert. Aus dem kirchlichen Bereich zählen die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, und die Oberin der Kongregation der Vinzentinerinnen in Hildesheim, Schwester M. Teresa Slaby, zu den Unterstützern.

Das Bild von Wilmer zeigt ein schmales schwarzes Kreuz, das die Ränder der Leinwand verbindet. Es steht vor einem in gelb, orange und rot gehaltenen Hintergrund, der den Horizont symbolisieren soll. Der Hildesheimer Bischof hat es, wie bei katholischen Oberhirten üblich, mit seinem Vornamen und einem vorangestellten Kreuz signiert. Das Werk Käßmanns hingegen kann als eine moderne Interpretation des berühmten Porträts der Ehefrau Martin Luthers, Katharina von Bora, von Lucas Cranach dem Älteren aus dem Jahr 1526 gelten.

Ausstellung und Online-Auktion enden am 22. Oktober

Die insgesamt 112 Mini-Kunstwerke wurden zum 25-jährigen Bestehen des Hospizes Luise in Hannover angefertigt. Die für dieses Jahr geplanten Veranstaltungen hätten aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden können, weshalb man auf die Idee der Kunstauktion im Internet gekommen sei, so Nicole Friederichsen von der katholischen Einrichtung. Seit März habe sie weit über 100 Briefe an Prominente in ganz Deutschland geschrieben: "Alle mit der Hand." In den Schreiben habe sie von der Arbeit des Hospizes sowie dem Alltag zwischen Leben und Sterben erzählt.

Den Briefen habe Friederichsen eine Mini-Leinwand und einen Rückumschlag beigelegt, "verbunden mit der Bitte, die Leinwand zu gestalten, mit einem Bild, einem Spruch oder etwas anderem". Jedes Mal, wenn sie einen Rückumschlag öffnete, sei es "ein bisschen wie Weihnachten" gewesen, so Friederichsen. Alle Beiträge seien "so wundervoll". Vom 14. bis 22. Oktober werden die kleinen Kunstwerke in einer Hannoveraner Galerie ausgestellt. Bis zum letzten Tag der Schau um 22 Uhr können online, per Mail oder telefonisch Gebote angegeben werden. Die Einnahmen kommen der Arbeit des Hospizes zugute. (rom)