Ein Fußball liegt auf einem Fußballfeld.
Besondere Fairplay-Geste in Oberliga-Spiel

Trainer ordnet Eigentor seiner Mannschaft an: "Ich bin katholisch"

Ein Fußballtrainer befiehlt seiner Mannschaft, ein Eigentor zu schießen: Klingt unglaublich, ist am Samstag aber passiert – und zwar aus Fairplay-Gründen. Coach Ramon Gehrmann erklärte nach dem Spiel, dass die Aktion mit seinem Glauben zu tun habe.

Stuttgart - 18.10.2020

Ramon Gehrmann, Trainer des Fußball-Oberligisten Stuttgarter Kickers, hat seine Fairplay-Geste im Heimspiel seiner Mannschaft gegen den FC Nöttingen mit seinem Glauben begründet. "Ich bin katholisch. Und da oben gibt es ein Konto, wo man abheben und einzahlen kann", sagte Gehrmann am Samstag nach dem Abpfiff. Der Fußballlehrer hatte seine Mannschaft nach einem regulären, aber unsportlich zustande gekommenen Tor angewiesen, absichtlich ein Eigentor zu schießen.

Kurz vor dem Halbzeitpfiff war das zwischenzeitliche 2:0 der Stuttgarter Kickers aus einem Einwurf entstanden. Diesen gab es jedoch nur, weil ein Spieler des FC Nöttingen den Ball absichtlich ins Aus gespielt hatte, damit einer seiner Mitspieler behandelt werden konnte. "Viele meiner Spieler hatten den Eindruck, der Ball sei versprungen und gar nicht absichtlich ins Aus gespielt worden", so Gehrmann. Doch der gegnerische Trainer und der Schiedsrichter hätten ihm nach Rücksprache bestätigt, dass der Ball absichtlich ins Aus befördert worden sei. Deshalb ordnete er kurzerhand ein Eigentor seiner Mannschaft an, sodass es beim Stand von 2:1 für Stuttgart in die Pause ging.

Allerdings stieß die Geste nicht nur auf Gegenliebe: "In der Halbzeit hatte nicht jeder Verständnis für die Aktion", so Gehrmann. Doch für eine Wende in Spiel sorgte das kuriose Anschlusstor nicht: Am Ende besiegten die Stuttgarter Kickers den FC Nöttingen mit 4:1. (mal)