Blick über die Via della Conciliazione auf den Petersplatz und Petersdom
Der Diplomat hatte auch Papst Franziskus getroffen

Nach Besuch im Vatikan: Papst-Botschafter an Corona erkrankt

Kurz nach einem Besuch im Vatikan ist der Botschafter des Heiligen Stuhls in Australien positiv auf das Coronavirus getestet worden. Brisant: Im Vatikan war der Diplomat auch mit Papst Franziskus zusammengetroffen.

Canberra - 24.10.2020

Der Botschafter des Heiligen Stuhls in Australien, Erzbischof Adolfo Tito Yllana, ist kurz nach einem Treffen mit Papst Franziskus positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie die australische Zeitung "Canberra Times" am Samstag unter Berufung auf die staatliche Gesundheitsbehörde meldete, befindet sich der 72-jährige Diplomat seit seiner Rückreise aus Rom am 9. Oktober in häuslicher Quarantäne in Canberra. Zuvor war er am 5. Oktober im Vatikan zu einer Unterredung mit dem Kirchenoberhaupt zusammengekommen.

Die Infektion sei am zehnten Tag seiner Selbstisolation festgestellt worden, hieß es weiter. Wie der australische Sender 9News berichtete, wird davon ausgegangen, dass Yllana sich in Italien ansteckte. Die Erkrankung des Nuntius sei der erste Covid-19-Fall in Canberra seit mehr als 100 Tagen. Alle betroffenen internationalen Stellen seien nach Auskunft der Gesundheitsbehörde informiert worden.

Vor allem Schweizergarde im Vatikan vom Coronavirus betroffen

In den vergangenen Tagen war es im Vatikan zu zahlreichen Infektionen mit dem Coronavirus gekommen. Betroffen ist derzeit vor allem die Schweizergarde, bei der bis Freitag 13 Mitglieder an Covid-19 erkrankt waren. Laut der Garde wurden in den vergangenen Tagen sämtliche Gardisten auf das Coronavirus getestet. Von den Infizierten wiesen nicht alle die typischen Krankheitssymptome auf, hieß es. Keiner sei in klinischer Behandlung, ihr Zustand werde aber in Zusammenarbeit mit dem vatikanischen Gesundheitsamt überwacht.

Die ersten Corona-Fälle in der Leibwache des Papstes wurden am 12. Oktober öffentlich. Bereits vergangene Woche mussten wegen des Ausfalls eines Zehntels der Truppe die Dienstpläne umgeschrieben werden. Zu möglichen Ansteckungsquellen gibt es keine offiziellen Thesen. Ein Auslöser könnte die Vereidigungsfeier von 38 neuen Rekruten am 4. Oktober gewesen sein. Dort waren allerdings nur engste Familienangehörige als Gäste zugelassen. (stz/KNA)