Luftbild des Diözesanen Zentrums in Limburg.
Bild: © KNA
Katholisch.de-Leser diskutieren eine mögliche Umnutzung des Diözesanen Zentrums

"Eine Schwachsinns- diskussion"

Bistum Limburg - Die Debatte um Bischof Franz Peter-Tebartz-van Elst ist um eine Episode reicher. Nachdem die Zukunft des Bischofs von Limburg nach seiner vom Papst angeordneten Auszeit schon reichlich diskutiert wurde, ist nun der Bau auf dem Domberg dran. Zwei Pfarrer aus dem Bistum Limburg haben sich Gedanken um dessen Zukunft gemacht. Diese stoßen allerdings nicht nur auf Zustimmung.

Bonn - 29.10.2013

"Der Standort an sich hat etwas Einladendes, etwas Kommunikatives. Da gehört etwas Offenes hin", sagte Pfarrer Albert Dexelmann aus Runkel im Landkreis Limburg-Weilburg der Nachrichtenagentur dpa. Er könne sich ein Café für die Dom-Besucher vorstellen. Werner Otto, Mitglied des Limburger Priesterrats, schlägt wiederum vor, das Gebäude Obdachlosen und Bedürftigen zu öffnen. "Wäre es nicht ein gutes Zeichen, wenn das Haus, das der Öffentlichkeit geradezu als Symbol der Verschwendung gilt, sich für diejenigen öffnen würde, die nichts zum Verschwenden haben?" fragte er rhetorisch gegenüber der dpa.

Den Bericht abwarten

Antworten darauf kamen prompt – auch von den katholisch.de-Lesern, die die Redaktion auf ihrer Facebook-Seite gefragt hat. "Ich finde es ein Unding, dass jetzt jeder meint, sein eigenes Ding drehen zu können", findet beispielsweise Philipp Rogall. Ebenso gibt er zu bedenken, dass noch nicht entschieden sei, ob Bischof Tebartz-van Elst fortbleibe oder nicht. Ebenso liege der Bericht der Prüfkommission noch nicht vor. Für ihn steht daher fest: "Den Bericht abwarten, und selbst dann als Diözesanes Zentrum behalten."

Auch Peter Winnemöller plädiert dafür, das Gebäude so wie geplant zu verwenden. "Es wäre eine ausgezeichnete Idee, wenn dort der Bischof von Limburg einzöge, seinen Wohnsitz nähme und es als ein Haus des Arbeitens, Gebetes und der Begegnung führen würde, denn dazu ist es gebaut worden", sagt er. "Vielleicht kann der Bischof ja nach seiner Rückkehr in der Kapelle jeden Morgen öffentlich zelebrieren", findet Winnemöller. Und weiter: "In einem Haus der Begegnung könnte es öffentliche Sprechstunden des Bischofs geben, so dass auch normale Gläubige dem Bischof ihre Anliegen unbürokratisch vortragen könnten."

Wieder müsste Geld fließen

Für Florian Sepp ist die nun angestoßene Debatte "eine Schwachsinnsdiskussion". Eine Umnutzung würde wieder viel Geld kosten. "Dass solche Vorschläge anscheinend ernsthaft diskutiert werden, zeigt mir, dass in Limburg anscheinend nicht nur die Person des Bischofs problematisch ist", sagt er weiter.

Ähnlich äußert sich auch Monika Metternich auf der Facebook-Seite von katholisch.de. Die Idee vom Flüchtlingsheim sei leider nicht durchdacht. "Es gibt mit gutem Grund klare staatliche Vorschriften, welche Anforderungen Unterkünfte für Flüchtlinge erfüllen müssen. Es würde einen Haufen Geld kosten, das diözesane Begegnungszentrum als Flüchtlingsheim herzurichten", so Metternich.

Dies sieht auch Thomas Gerlach so. Zugleich findet er aber, dass der Amtssitz von Bischof Tebartz-van Elst nicht von ihm selbst bezogen werden sollte. "Der durch ihn angerichtete (Image)Schaden darf nicht ohne Konsequenzen bleiben." (meu/dpa)

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Obdachlosenunterkunft, Flüchtlingsheim oder ein Café? Am Wochenende machten verschiedene Vorschläge die Runde, was aus dem Diözesanen Zentrum in Limburg werden soll. Was meinen Sie, sollte das Bistum mit dem Bau anfangen? Diskutieren Sie auf unserer Facebook-Seite mit.