Diözesen verlängern Verträge über Musik bei Gottesdienst-Streams
Bis Ende 2022 kostenfreie Nutzung möglich

Diözesen verlängern Verträge über Musik bei Gottesdienst-Streams

Das Streaming von Gottesdiensten bleibt weiterhin unkompliziert möglich, auch wenn musikalische Elemente vorkommen: Die Diözesen haben sich mit den Verwertungsgesellschaften auf eine unbürokratische Regelung geeinigt – allerdings befristet.

Bonn - 20.11.2020

Gottesdienste und andere liturgische Feiern mit musikalischen Elementen dürfen auch weiterhin ohne rechtliche Probleme kostenfrei im Internet übertragen werden. Der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) teilte am Donnerstag mit, dass die befristete Einigung mit verschiedenen Verwertungsgesellschaften über die Nutzung von Musik und Texten über kircheneigene Internetpräsenzen bis zum 31. Dezember 2022 verlängert wurde.

Die Vereinbarungen mit den Verwertungsgesellschaften GEMA und VG Musikedition umfassen dabei Livestreams, die Veröffentlichung auf Videoportalen wie YouTube zum zeitversetzten Abruf sowie Aufnahmen auf Tonträger, die kostenlos in den Gemeinden verteilt werden. Auch bei gottesdienstlichen Veranstaltungen in größeren Hallen oder im Freien dürfen Musikaufnahmen ohne zusätzliche Anmeldung und Vergütung verwendet werden. Liedtexte dürfen sowohl bei Liveübertragungen wie bei zeitversetzter Übertragung angezeigt werden, dabei fiel auch das Verbot, die Liedtexte länger als 72 Stunden verfügbar zu halten.

Kulanz während der Corona-Krise

Im Zuge der Corona-Krise hatten die Verwertungsgesellschaften bereits im März Kulanzregelungen für Streams angekündigt, die später auch in eine vertragliche Einigung mit dem VDD mündeten. Im Mai und Oktober haben die Diözesen zudem neue Verträge mit der VG Musikedition geschlossen, die erstmals neben Regeln für Papierkopien auch digitale Verwendungen von Liedtexten und Noten vorsahen.

Die GEMA verwaltet in Deutschland die Nutzungsrechte von mehr als 70.000 Komponisten, Textdichtern und Musikverlegern, die bei ihr Mitglied sind, sowie von über zwei Millionen Rechteinhabern aus aller Welt. Wer urheberrechtlich geschützte Musik öffentlich aufführt oder wiedergibt, ist grundsätzlich verpflichtet, diese Aufführungen bei der Verwertungsgesellschaft zu melden und dafür eine Gebühr zu entrichten. Das gilt auch für kirchliche Einrichtungen. Grafische Vervielfältigungsrechte, Abdruckrechte, gesetzliche Vergütungsansprüche sowie die Rechte an Wissenschaftlichen Ausgaben und Erstausgaben für Musikverlage, Komponisten, Textdichter und musikwissenschaftliche Herausgeber werden durch die VG Musikedition wahrgenommen. Der VDD ist Rechtsträger der Deutschen Bischofskonferenz. In ihm sind die 27 rechtlich und wirtschaftlich selbstständigen Diözesen in Deutschland zusammengeschlossen. (fxn)