Jugendbischof Stefan Oster
Glaube brauche auch in Corona-Krise "leibhaftige Gemeinschaft"

Bischof Oster ruft Gläubige zur Teilnahme an Gottesdiensten auf

Im derzeitigen Lockdown können Gottesdienste unter bestimmten Bedingungen weiterhin stattfinden. Bischof Stefan Oster ruft dazu auf, diese Möglichkeit zu nutzen – weitere Oberhirten wenden sich mit ähnlichen Botschaften an die Gläubigen.

Passau - 29.11.2020

Der Passauer Bischof Stefan Oster hat die Gläubigen aufgerufen, rege am liturgischen Leben in den Kirchengemeinden teilzunehmen. "Bitte nutzen Sie jede Gelegenheit, wenn es Ihnen möglich ist, auch leibhaftig zum Gottesdienst und zum Gebet, zu Andachten und Krippenfeiern zusammenzukommen", schreibt Oster in einem am Wochenende veröffentlichten Hirtenwort zum ersten Advent. Glaube brauche Gemeinschaft, "leibhaftige Gemeinschaft". Christus sei auch und gerade in Zeiten der Not da, so Oster. "Er ist uns nahe, Er trägt unser Kreuz mit uns. Und manchmal ist es gerade die Not, die uns hilft, Ihn neu zu entdecken und Ihm neu zu begegnen."

Zudem hofft Oster auf positive Folgen der Corona-Beschränkungen für die Advents- und Weihnachtszeit. "Vielleicht kann diese 'staade Zeit' ja zum ersten Mal seit Jahren wirklich 'staad' werden - oder mehr als sonst zu einer echten Qualitätszeit! Weil der vorweggenommene Konsum- und Weihnachtstrubel diesmal deutlich kleiner ausfallen muss?" Weiter notiert der Bischof: "Vielleicht entdecken Sie Ihr Haus, Ihre Familie, Ihren Freundeskreis wirklich neu als Hauskirche. Beten und singen Sie miteinander. Werden Sie still miteinander, haben Sie Zeit und Herzen füreinander."

Der Passauer Bischof rät, täglich ein kleines Ritual für sich allein oder miteinander einzuüben. So könne man am Abend ein Adventslied singen, ein Gebet sprechen oder im Evangelium lesen. "Schön kann es sein, sich jeden Abend zu erinnern oder einander zu erzählen, wo und durch wen Sie heute die Liebe Gottes erleben konnten." Hilfreich könne auch eine Adventsecke in der Wohnung sein, die sich immer wieder neu mit adventlichen Symbolen gestalten lasse.

Bischof Voderholzer für Musiker-Unterstützung durch Pfarreien

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer rief die Pfarreien in seinem Bistum zur Unterstützung von Künstlern in Not auf. Insbesondere solistisch wirkenden Sängern gelte es zu helfen, sagte Voderholzer am Wochenende bei einer Pontifikalvesper zum ersten Advent im Regensburger Dom. In Zeiten von Corona seien vielen von ihnen aufgrund des häufigen Verzichts auf Orchestermessen während der Gottesdienste Einnahmen sowie nicht selten die Lebensgrundlage weggebrochen. Die Kirche habe stets Künstler gefördert, betonte Voderholzer. "Musik, auch die darstellende Kunst, ist immer ein Mittel der Verkündigung."

Darüber hinaus appellierte Voderholzer an die Gläubigen, gerade in der momentanen Situation zu Hause als Hauskirche zu beten. Der Bischof sprach sich zudem dagegen aus, "dass die Pandemie die Wahrnehmung unserer Existenz verändert". Denn auch in der Zeit nach Corona werde es Krankheit und Tod sowie die Hoffnung über die Wiederherstellung der eigenen Gesundheit hinaus geben: "Wir werden auch nach Corona den Zuspruch im Glauben brauchen.

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki sieht in der Corona-Krise auch eine Chance für einen besinnlicheren Advent. "Die momentane Situation, sie kann die Sehnsucht offenlegen nach dem, was wirklich zählt und was wir uns wirklich wünschen", sagte er am Sonntag dem Kölner Online-Portal domradio.de. "Die Hoffnung und Ungeduld, mit denen wir auf den befreienden Impfstoff warten - das mag uns an die Hoffnung erinnern, die wir mit Christus verbinden. Wenn Er wiederkommt - und auch daran erinnert uns ja Weihnachten - werden wir wirklich frei von allen Sorgen und Bedrängnissen. Nicht nur von Corona."

Zugleich mahnte Woelki, die sozialen Kontakte gerade jetzt nicht zu vernachlässigen. Enge Familienangehörige, gute Freunde und Bekannte brauchten jetzt Zuspruch und ein aufmunterndes Wort. Der schmerzliche Verzicht auf direkte Kontakte zu lieben Menschen zeige, was diese für uns bedeuten. Der Erzbischof riet dazu, in den Gesprächen im Advent auch vom persönlichen Glauben und die damit verbundene Hoffnung zu sprechen. "Wie oft reden wir über völlig belanglose Dinge", so Woelki. "Nehmen wir uns doch in dieser Corona-Adventszeit vor, Gott und die Liebe in unseren Gedanken, Gesprächen und Begegnungen größer werden zu lassen." (rom/KNA)