Linzer Krippe wird nach über 100 Jahren digital
Eine der größten Krippen weltweit nun als 3D-Modell

Linzer Krippe wird nach über 100 Jahren digital

Das traditionelle Krippengucken in der Advents- und Weihnachtszeit wird dieses Jahr wegen der Corona-Auflagen schwierig. In Linz gibt es jetzt eine digitale Alternative, die dortige Krippe kommt in besonderer Form ins Internet.

Linz - 01.12.2020

Die mehr als 100 Jahre alte Krippe des Mariendoms im österreichischen Linz kommt ins Internet. Im Zuge einer Restaurierung der Figuren werden sie als digitale 3D-Modelle erfasst, heißt es in einer Aussendung der Diözese Linz. So soll die Krippe vor Ort durch virtuelle Realität wie auch im Internet erfahrbar werden.

Die Krippe stammt aus den Jahren 1908 bis 1913 und wurde vom Münchner Bildhauer Sebastian Osterrieder angefertigt. Seit 1921 steht sie das ganze Jahr über in der Krypta des Mariendoms. Sie ist eine der größten Krippenanlagen der Welt.

Krippengucken trotz Distanz

Die mehr als 80 Figuren werden momentan gereinigt, restauriert und konserviert. Dabei werden auch etwa abgebrochene Hände und Füße ergänzt. Zusätzlich scannt und digitalisiert eine Spezialfirma die etwa 30 Figuren, die bis Weihnachten wieder in der Krippe stehen sollen. Laut eigenen Angaben strebt die Firma ein "immersives, audiovisuelles und interaktives Erlebnis" an, als das die Geburtsdarstellung neu inszeniert werde. "Trotz physischer Distanz und ganz im Zeichen des (Ab)wartens."

Die so entstandenen dreidimensionalen Modelle sollen vor Ort zu einem noch unklaren Zeitpunkt durch virtuelle Realität erfahrbar werden, doch auch von Zuhause aus ist ein Besuch der Krippe möglich: Auf einer extra eingerichteten Internetseite gibt es eine kostenlos zugängliche virtuelle Krippe. So soll die Botschaft des Weihnachtsfestes auch unabhängig von den geltenden Corona-Bestimmungen erlebbar sein. (cph)