Weiter mit Glück
Bild: © KNA
Katholikenkomitee wählt seine Führungsspitze neu

Weiter mit Glück

Kirche - Er tritt noch einmal an: Bei der Herbstvollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) ist Alois Glück am Freitag der einzige Kandidat für das Präsidentenamt. Aber, so der frühere CSU-Politiker und bayerische Landtagspräsident zur Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), er habe klar gemacht, dass er "nur noch für zwei Jahre" als ZdK-Präsident zur Verfügung stehe.

Bonn - 21.11.2013

Glück will ihm wichtige Projekte zu Ende führen: Der Dialogprozess in der katholischen Kirche Deutschlands sei bis 2015 angelegt, "beim Regensburger Katholikentag im kommenden Jahr bin ich stark involviert. Für diese Projekte sehe ich mich noch in der Pflicht", so der 73-Jährige, der seit 2009 im Amt ist.

Zur Wahl stehen am Wochenende in Bonn auch die vier Vizepräsidenten - wobei erstmals eine Frauenquote von 50 Prozent gilt. Die Bonner Bundestagsabgeordnete Claudia Lücking-Michel (CDU) und die frühere Parlamentarische Staatssekretärin im Entwicklungshilfeministerium, Karin Kortmann (SPD), kandidieren erneut für diesen Posten und sind damit so gut wie wiedergewählt. Daneben treten die auch die bisherigen Vizepräsidenten Christoph Braß, Ministerialdirigent im Bundesbildungsministerium, und Alois Wolf, Vorsitzender des Katholikenrats im Bistum Erfurt und als Ostdeutscher eine wichtige Persönlichkeit für die Vorbereitung des 100. deutschen Katholikentags 2016 in Leipzig, wieder an.

Wie reagiert das ZdK auf die Vorgänge im Bistum Limburg?

Player wird geladen ...
Video: © katholisch.de

Karin Kortmann (SPD) im Interview über den zukünftigen Papst, Diakoninnen, den Dialogprozess und Geschiedene in der Kirche

Das alte Präsidium dürfte damit auch das neue sein. Denn Thomas Sternberg, kulturpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen, hat seine ursprünglich angekündigte Kandidatur wieder zurückgezogen. Offen bleibt, ob es bereits Kandidaten für die 2015 anstehende Glück-Nachfolge im obersten katholischen Laiengremium gibt.

Noch unklar ist auch, wie die Vollversammlung auf die Vorgänge im Bistum Limburg reagieren wird. Die dortige Diözesanversammlung hat sich als Vertretung der Limburger Laien am Wochenende deutlich gegen eine Rückkehr von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ausgesprochen und damit neues Selbstbewusstsein demonstriert. Glück sieht in den Limburger Ereignissen auch ein Exempel für die Bedeutung von Kontroll- und Mitsprachegremien in der Kirche. "Die Räte in Gemeinden und Diözesen sind ja viel beschimpft und kritisiert worden. Jetzt zeigt sich, dass qualifizierte Gremien auch eine Schutzfunktion für Bischöfe, Priester und Entscheider in der Kirche haben können", erläutert der 73-Jährige. Kritik, offener Widerspruch und Kontrolle seien zwar bisweilen lästig und mühsam. "Aber als Gegengewichte können die Gremien solche Skandale verhindern - wenn sie gut arbeiten."

Vatikanischer Fragebogen zur Familie ein wichtiger Schritt

Als positiven Schritt in Richtung einer stärkeren Laien-Beteiligung werten ZdK-Mitglieder auch, dass der Vatikan den Fragebogen zur Vorbereitung auf die außerordentliche Bischofssynode zur Familie im Oktober 2014 öffentlich gemacht hat und auch die Laien dazu hören will. In welcher Form das ZdK hier Stellung beziehen will, entscheidet sich wohl erst auf der Vollversammlung. Glück hat sich mit Nachdruck für eine Beteiligung der Laien an der Umfrage ausgesprochen.

Bei der inhaltlichen Arbeit der Vollversammlung steht eine Erklärung zur Sozialen Lebenslaufpolitik auf der Tagesordnung. Dabei geht es darum, einen neuen Ordnungsrahmen für eine Gesellschaft langen Lebens, eine Vielfalt von Lebensentwürfen und Berufsverläufen zu entwickeln. Konkret spielen dabei etwa familienfreundlichere Arbeitszeiten, Freistellungen für Kindererziehung und Pflege der Eltern, ein besserer Wechsel zwischen beruflichen und familiären Phasen, lebenslange Bildung und eine Förderung von ehrenamtlichem Engagement eine Rolle. Zudem will das ZdK die Einladung zum 100. Deutschen Katholikentag 2016 nach Leipzig beschließen.

Am Samstag stehen die politischen Umbrüche im Nahen Osten und besonders die Situation der Christen in Ägypten im Zentrum. Gast ist Maged Moussa Yanny von der katholischen Organisation Justitia et Pax in Ägypten. Der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst wird über die Beratungen der Bischofskonferenz zum Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen unterrichten.

Von Christoph Arens (KNA)