Weihbischof Puff: Kölner Bistumsleitung hat Fehler gemacht
Verbrechen sexualisierter Gewalt "durch nichts zu entschuldigen"

Weihbischof Puff: Kölner Bistumsleitung hat Fehler gemacht

"Wir als Kölner Bistumsleitung haben im Umgang mit den Opfern sexuellen Missbrauchs in den letzten Jahrzehnten Fehler gemacht", sagte Weihbischof Ansgar Puff in seiner Predigt am zweiten Weihnachtstag. Man habe Schuld auf sich geladen, betonte er.

Köln - 26.12.2020

Im Kölner Missbrauchsskandal hat Weihbischof Ansgar Puff von Fehlern der Bistumsleitung in der Vergangenheit gesprochen. Am zweiten Weihnachtsfeiertag bezeichnete Puff in seiner Predigt im Kölner Dom sexualisierte Gewalt als ein "Verbrechen, das die Seele und das Urvertrauen eines Kindes zerstört". Solche Verbrechen seien durch nichts zu entschuldigen.

"Wer solche Taten verschweigt, macht sich auch schuldig", betonte Puff. "Wir als Kölner Bistumsleitung haben im Umgang mit den Opfern sexuellen Missbrauchs in den letzten Jahrzehnten Fehler gemacht." Auch wenn man heute manches aus einer anderen Perspektive als noch vor 40 Jahren sehe, habe es im Erzbistum "unverzeihbare" Fehler gegeben. "Wir haben Schuld auf uns geladen, da gibt es nichts zu beschönigen."

Aus dem "Versagen der Kirche" könne auch etwas Positives erwachsen

Er hoffe, dass das neu in Auftrag gegebene Missbrauchsgutachten im nächsten Jahr Aufklärung leiste und die Namen derer nenne, die falsch gehandelt hätten. Puff zeigte sich zuversichtlich, dass aus dem "Versagen der Kirche" auch etwas Positives erwachsen könne. "Was wir dazu beitragen müssen, ist Ehrlichkeit. Bereitschaft zur Umkehr und zur Reue. Ein neues Denken, Zivilcourage, verantwortliches Handeln und aufrichtiges Beten."

Zuvor hatte der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki im Zusammenhang mit der Aufklärung von Missbrauchsfällen im Erzbistum Köln um Verzeihung gebeten. Ohne mögliche eigene Versäumnisse anzusprechen oder auf konkrete Vorwürfe einzugehen, sagte Woelki in der Christmette im Kölner Dom am Donnerstagabend: "Zu den Sorgen, die Sie alle durch Corona ohnehin schon haben, haben wir, habe ich leider noch eine Bürde hinzugefügt. Was die von sexueller Gewalt Betroffenen und Sie in den letzten Tagen und Wochen vor Weihnachten im Zusammenhang mit dem Umgang des Gutachtens zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt in unserem Erzbistum, was sie an der Kritik darüber und insbesondere auch an der Kritik an meiner Person ertragen mussten. Für all das bitte ich Sie um Verzeihung." Gleichzeitig bat der Erzbischof um Geduld, bis im März ein unabhängiges Gutachten vorliege. (cbr/KNA)