Steinmeier: Sternsinger sind ein Lichtblick in dieser schwierigen Zeit
Bundespräsident lobt in Videobotschaft Engagement

Steinmeier: Sternsinger sind ein Lichtblick in dieser schwierigen Zeit

Nach der Kanzlerin ist der Bundespräsident an der Reihe: Auch bei Frank-Walter Steinmeier musste der traditionelle Sternsingerbesuch in diesem Jahr Corona-bedingt entfallen. Als Ersatz gab es gegenseitige Videogrüße.

Berlin - 06.01.2021

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in einer Videobotschaft das Engagement der Sternsinger gelobt. "Ihr seid ein Lichtblick in dieser schwierigen Zeit", erklärte Steinmeier am Mittwoch in Berlin. "Ihr tut etwas ganz Kostbares: Ihr setzt Euch ein für andere. Ihr helft Menschen, denen es schlechter geht: Kindern in ärmeren Ländern, Kindern, die es oft sehr schwer haben im Leben." Gerade Kinder in ärmeren Teilen der Welt litten wegen der Corona-Pandemie noch mehr. "Gerade deshalb ist es so wichtig, dass Ihr Euch für sie engagiert! Ihr seid ein Vorbild für alle Menschen in unserem Land", so der Bundespräsident.

Wegen der Corona-Pandemie tauschten der Bundespräsident und die Sternsinger statt des traditionellen Besuchs in Schloss Bellevue kurze Videobotschaften aus. Neben der Videobotschaft erhielt der Bundespräsident auch ein Segenspäckchen mit geweihter Kreide und einen neuen Segensspruch für die Haussegnung. Ursprünglich war geplant, dass Sternsinger aus dem Bistum Osnabrück am 6. Januar den Segensspruch auf dem Hauptportal des Amtssitzes anbringen.

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Bereits am Dienstag hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Sternsinger Videobotschaften ausgetauscht. "Es ist großartig, wie sehr Ihr Euch einsetzt. Dafür danke ich Euch herzlich", sagte Merkel. Zum ersten Mal seit 37 Jahren konnten die Sternsinger ihren Segen nicht persönlich im Bundeskanzleramt anschreiben. Merkel würdigte, dass sich die Sternsinger für Kinder in anderen Teilen der Welt einsetzten, die dringend Unterstützung bräuchten, in diesem Jahr seien das besonders Kinder in der Ukraine. Es sei beeindruckend, wie viele Spenden die Sternsinger in den vergangenen Jahren gesammelt hätten.

Die Träger der Aktion Dreikönigssingen - das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) - hatten die traditionellen Hausbesuche der Sternsinger wegen der Corona-Pandemie abgesagt; das schloss die Besuche bei Bundeskanzlerin und Bundespräsident ein. Stattdessen soll die Aktion "kontaktlos und kreativ" stattfinden, etwa mit digitalen Besuchen. Sie wurde zudem bis zum 2. Februar verlängert. In vielen Gemeinden wurden Spendenkonten eingerichtet. Es finden Segnungen der traditionellen Segenssprüche auf Aufklebern statt, die Interessierte mit nach Hause nehmen können.

Seit 1959 hat sich das Sternsingen zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Rund um den Dreikönigstag (6. Januar) gehen als Heilige Drei Könige verkleidete Kinder von Haus zu Haus und sammeln Spenden für Not leidende Kinder in Entwicklungsländern. An der Aktion Dreikönigssingen nehmen jedes Jahr bundesweit rund 300.000 Kinder und Jugendliche teil. Sie gehen normalerweise in den Gemeinden von Haus zu Haus und bringen den traditionellen Segenswunsch "C+M+B" für "Christus mansionem benedicat" (Christus segne dieses Haus). Seit Beginn der Aktion wurden rund 1,19 Milliarden Euro gesammelt für mehr als 75.600 Projekte etwa im Bildungs- und Gesundheitsbereich. Motto in diesem Jahr ist "Heller denn je - die Welt braucht eine frohe Botschaft".

Zum 175. Geburtstag des Kindermissionswerks gibt das Bundesfinanzministerium im Januar eine Sonderbriefmarke heraus. In schwarzer Schrift auf gelbem Grund ist darauf der diesjährige Segenswunsch "20*C+M+B+21" der Sternsinger zu lesen, wie das Ministerium am Mittwoch mitteilte. Am 2. Februar 1846 hatte die damals 15-jährige Auguste von Sartorius in Aachen den "Verein der heiligen Kindheit" gegründet, den Vorgänger des Werks "Die Sternsinger". Das Mädchen hatte zuvor von der Not der Kinder in China erfahren. Papst Pius XI. erhob den Verein 1922 zum Päpstlichen Werk mit dem Namen "Päpstliches Missionswerk der Kinder in Deutschland". Seit 1998 trägt die Initiative die Sternsinger auch im Namen. (tmg/KNA)

6.1., 12:40 Uhr: Ergänzt um Briefmarke.