Französischer Bischof tritt nach Corona-Infektion zurück
"Ich erhole mich gut, aber die Müdigkeit bleibt"

Französischer Bischof tritt nach Corona-Infektion zurück

Bereits im Juni hat der Bischof von Creteil den Papst um seine vorzeitige Versetzung in den Ruhestand gebeten. Jetzt wurde das Gesuch angenommen. Der Auslöser für den Wunsch des Bischofs: seine Infektion mit dem Coronavirus.

Vatikanstadt/Paris - 09.01.2021

Weil er sich nach einer Corona-Infektion kraftlos fühlt, ist Creteils Bischof Michel Santier (73) von seinem Amt zurückgetreten. Wie der Vatikan am Samstag bestätigte, nahm Papst Franziskus ein entsprechendes Gesuch des Franzosen an. Eigentlich sind Bischöfe vom Kirchenrecht erst mit Vollendung ihres 75. Lebensjahres gehalten, dem Papst ihren Amtsverzicht anzubieten.

Santier war im April am Coronavirus erkrankt und wurde wochenlang im Krankenhaus behandelt. Im Juni bat er um seine vorzeitige Versetzung in den Ruhestand, da er nicht mehr die nötige Energie für die Ausübung seines Amtes habe. "Die Tortur, die ich gerade durchgemacht habe, hat die Dinge nicht besser gemacht. Ich erhole mich gut, aber die Müdigkeit bleibt", schrieb der Bischof in einem Brief. Schon vor der Infektion habe ihm die verschmutzte Luft in Creteil gesundheitliche Probleme bereitet.

Santier hat das im Großraum Paris gelegene Bistum Creteil seit 2007 geleitet. Als Nachfolger ernannte der Papst den Vizepräsidenten der Französischen Bischofskonferenz, Dominique Blanchet (54). Dieser amtierte bisher als Leiter des ostfranzösischen Bistums Belfort-Montbeliard. (KNA)