Die traditionalistische Piusbruderschaft zelebriert die Messe nach dem alten Ritus.
Geschlechterverhältnis ausgeglichener als bei ordentlicher Messform

Studie: Alte Messe wird von Jüngeren und Familien besucht

Im letzten Jahr wollte der Vatikan von Bischöfen wissen, wie die "Alte Messe" in ihren Diözesen angenommen wird. Auch Laien haben eine Umfrage durchgeführt: Die "Una Voce"-Bewegung kommt in ihrer Studie zu überraschenden Ergebnissen.

St. Louis - 20.01.2021

Bei Messen in der außerordentlichen Form des römischen Ritus sind jüngere Menschen und Familien laut einer neuen Studie überrepräsentiert. Außerdem sei das Geschlechterverhältnis bei den Messbesuchern ausgewogener als bei Messen in der ordentlichen Form: Das geht aus einer Erhebung der die "Alte Messe" fördernden Vereinigung "Foederatio Internationalis Una Voce" (FIUV) hervor, die Ende 2020 der vatikanischen Glaubenskongregation übergeben wurde. Die Studie zu den Erfahrungen mit der Messform im Zeitraum seit der Veröffentlichung des Motu Proprio "Summorum Pontificium" im Jahr 2007 ist nicht öffentlich, wird jedoch von einem ihrer Autoren, dem Oxforder Philosophen und Sekretär der Una-Voce-Vereinigung, Joseph Shaw, in der Januar-Ausgabe der US-amerikanischen Fachzeitschrift "Homiletic and Pastoral Review" vorgestellt. "Die Verbindung der außerordentlichen Form mit jungen Menschen und Familien ist weder ein Mythos noch auf einige Länder begrenzt", schließt Shaw in dem Artikel.

Während in Messen in der ordentlichen Form in den meisten Ländern deutlich mehr Frauen als Männer zur Gottesdienstgemeinde gehören, feiern Messen in der außerordentlichen Form deutlich mehr Männer mit, im Schnitt sind etwa 55 Prozent der Teilnehmenden männlich. Damit ähnele die Zusammensetzung der Gottesdienstgemeinden mehr derjenigen von Ostkirchen, islamischen und orthodoxen jüdischen Gemeinden und weniger der protestantischer Gottesdienste, heißt es.

Datenbasis sehr international, aber nicht repräsentativ

Die Erhebung basiert auf Daten aus 362 Diözesen in 52 Ländern. Laut FIUV handelt es sich um Selbstauskünfte von Laien, die mit der Situation in den Bistümern vertraut sind. Die Daten geben die Antworten auf einen Fragebogen der FIUV wieder, den die Organisation im Frühjahr 2020 als Reaktion auf eine Befragung der Bischöfe der Weltkirche durch die Glaubenskongregation entwickelt und verbreitet hatte. Die erhobenen Daten sind daher weder repräsentativ noch quantitativ auswertbar. Die Frage nach dem Alter konnte beispielsweise unter anderem mit "vorwiegend Ältere", "vorwiegend Jüngere" und "vorwiegend Familien" beantwortet werden. Daher kann kein Durchschnittsalter der Messbesucher ermittelt werden.

Die "Una Voce"-Bewegung setzt sich für die Erhaltung und Pflege der Messe in der außerordentlichen Form ein. Sie wurde als Gegenbewegung zur Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) gegründet. Nach der Reform war es erst ab 1984 durch ein päpstliches Indult wieder ausdrücklich erlaubt, die Messform von 1962 zu feiern, allerdings nur aus pastoralen Gründen und mit bischöflicher Sondergenehmigung. 2007 hatte Papst Benedikt XVI. die Feier der "Alten Messe" mit dem Motu Proprio "Summorum Pontificium" als "außerordentliche Form" des römischen Ritus wesentlich erleichtert. Schätzungen zufolge zelebrieren etwa ein Prozent der Priester weltweit die Messe in außerordentlicher Form. (fxn)