Wie du Einsamkeit für dich und andere nutzen kannst
Manchmal vernachlässigt man sich selbst

Wie du Einsamkeit für dich und andere nutzen kannst

Spiritea - Die Corona-Pandemie zwingt alle dazu, soziale Kontakte zu reduzieren. Für viele ist das ein großer Verlust – doch der muss nicht ungenutzt bleiben. Denn auch das Alleinsein hat seinen Wert und kann sogar helfen, soziale Beziehungen zu vertiefen.

Von Christoph Paul Hartmann |  Bonn - 08.02.2021

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Allein zu sein hat in unserer Gesellschaft keinen guten Ruf: Wer sich nur wenig mit Menschen umgibt, hat schnell den Ruf, ein Sonderling ohne Freunde zu sein. Für viele fühlt sich allein sein auch nicht besonders gut an; als Einsamkeit betitelt gilt es als unbedingt zu vermeiden. In einer Zeit, in der Kontakte reduziert werden sollen, drückt das bei vielen umso mehr aufs Gemüt. Doch das Alleinsein kannst du auch positiv für dich selbst nutzen.

Denn nicht in Gesellschaft zu sein, kann sehr erholend wirken: Du musst niemandem zuhören und nichts sagen, deine gesamte Energie kannst du nun für dich selbst verwenden, auf dich selbst hören, deine Wünsche und Gefühle. Du musst nicht auf die Empfindungen anderer achten, sondern hast ganz Zeit für dich. Dieses Sich-selbst-erfahren kann unangenehm sein, vor allem, wenn man es länger nicht gemacht hat. Denn in einer von sozialen Verbindungen geprägten Welt kann es schnell passieren, dass man sich zu wenig um sich selbst kümmert.

Wenn du also nach längerer Zeit mal wieder alleine bist, akzeptiere das Gefühl des Unbehagens, denn das ist nun mal Ihr Gefühl in diesem Moment. Es ist der Beginn der Konzentration auf das Ich. Vielleicht kommen nun Gefühle oder Gedanken hoch, die du als lange abgehakt zur Seite geschoben hast. Verarbeitet sind sie aber vielleicht nicht unbedingt. Entspanne dich und lasse deine Gefühle miteinander balgen, die Gedanken kreisen. Lass dein Innenleben bewusst zu. Nach und nach kannst du versuchen, alles etwas zu sortieren – vielleicht findest du auf manche Fragen ungeahnt leicht eine Lösung.

In sich selbst hineinhören

Nach dieser ersten Phase kannst du tief in dich hineinhören. Ohne den Blick auf andere (auch in digitaler Form) zu richten: Frage dich nach deinen Wünschen und Bedürfnissen! Was hast du schon lange nicht mehr gemacht? Was wolltest Sie schon lange machen? Mache dir deine Wünsche bewusst. Glaube dir selbst, dass diese Wünsche und Empfindungen wichtig und wertvoll sind: Denn das bist du. Es sind also keine Kleinigkeiten, die du immer hintenanstellen musst. Du musst deine Bedürfnisse im Blick haben – denn niemand ist so sehr Experte darin wie du. Vielleicht hilft dir ja auch eine Meditation dabei, denn Ruhe finden ist zentral.

Das Wissen, wer du bist und was du willst, kann dir im nächsten Schritt helfen. Denn wer sich selbst kennt, muss sich nicht an anderen festkleben. Wenn du deine Wünsche kennst, kannst du ganz entspannt sein, wenn andere etwas anderes wollen als du – denn die Selbstgewissheit gibt dir die Ruhe zu wissen, dass du deine Wünsche im Blick hast und deshalb in manchen Situationen auch auf deren Erfüllung verzichten kannst. Das nimmt die Spannung aus sozialen Beziehungen, denn deine Wünsche kannst du dir selbst erfüllen und musst andere nicht dafür instrumentalisieren.

Allein-sein ist kein Allheilmittel gegen alles, es kommt wie fast immer auf die Dosis, die Ausgewogenheit zwischen Gesellschaft und Einsamkeit an. Dein soziales Umfeld kann davon profitieren, wenn du entspannt und selbstbedacht bist – und du ganz persönlich auch. Gerade die manchmal etwas einsame Corona-Zeit kannst du also nutzen, um dein inneres Gleichgewicht wieder zu finden. Es ist eine nicht immer einfache, aber spannende und lohnenswerte Reise zum eigenen Selbst.

Von Christoph Paul Hartmann

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