Die lutherische Theologin und "Lutherbotschafterin" Margot Käßmann bei einer Talkshow.
Vor Fastenzeit nach einem Jahr voller Verzicht

Käßmann hofft zu Ostern auf "Auferstehung aus der Krise"

Verzicht auf Fleisch oder ähnliches müsse nach dem Corona-Jahr in dieser Fastenzeit nicht geübt werden, findet Margot Käßmann. Stattdessen könnten sich Menschen fragen, auf was sie nicht mehr verzichten wollen - und auf eine Art doppelte Auferstehung hoffen.

Berlin - 14.02.2021

Verzicht auf Fleisch ist in der diesjährigen Fastenzeit nach Worten der evangelischen Theologin Margot Käßmann nicht unbedingt gefragt. "Ich denke nicht, dass Gott wichtig ist, was wir essen, solange Tiere nicht dafür gequält werden", schreibt die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in der "Bild am Sonntag". Zudem verzichteten die Menschen ohnehin seit fast einem Jahr auf vieles.

Die siebenwöchige Fastenzeit beginnt am kommenden Aschermittwoch (17.02.). Die Zeit bis Ostern könne man nutzen, um "Neues zu denken, nachzudenken", rät Käßmann. "Wir können die Fastenzeit bewusst gestalten, um jeden Tag kurz zu überlegen, ohne was ich nicht mehr leben möchte." Mögliche Fragen könnten sein, worauf man sich besonders freue, wenn die Einschränkungen endeten, wofür man dankbar sei und wie man das eigene Leben gestalten wolle.

An Ostern gehe es um "das Leben, das stärker ist als der Tod", betonte die Theologin. "Wir hoffen, nicht nur die Auferstehung Jesu feiern zu können, sondern auch eine Art Auferstehung aus der Krise, aus den Beschränkungen unserer Freiheit. Diese Hoffnung kann uns tragen." (KNA)