Neue Leiterin am IPA-Institut für Missbrauchs-Prävention
Bild: © Privat
Vorgänger Oliver Vogt hatte Posten aus persönlichen Gründen aufgegeben

Neue Leiterin am IPA-Institut für Missbrauchs-Prävention

Das Institut für Prävention und Aufarbeitung soll Praxiserfahrungen in der Präventionsarbeit der 27 Bistümer in Verbindung zu Wissenschaft und Gesellschaft setzen. Die Initiative dazu kam von Bischof Stephan Ackermann. Nun gibt es eine neue Leiterin.

Lantershofen - 26.02.2021

Mary Hallay-Witte ist neue Leiterin des Instituts für Prävention und Aufarbeitung (IPA). Die 51-Jährige war bislang Referentin am IPA und hat es seit Oktober 2020 auch kommissarisch geleitet, wie das Institut am Freitag im rheinland-pfälzischen Lantershofen in der Nähe von Bonn mitteilte. Der vorherige Leiter Oliver Vogt hatte den Posten aus persönlichen Gründen aufgegeben.

Die Religionspädagogin und systemische Familientherapeutin Hallay-Witte verfüge über langjährige Praxiserfahrung und Expertise in der Prävention, Intervention und Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in Institutionen, so das IPA weiter. Im Erzbistum Hamburg hat sie von 2010 bis 2018 die Fachstelle Kinder- und Jugendschutz und die Arbeit der diözesanen Prävention, Intervention und Aufarbeitung aufgebaut. Von 2011 bis 2015 war sie Sprecherin der Präventionsbeauftragten der deutschen Diözesen.

Dialog mit Betroffenen und ihre Beteiligung als großes Anliegen

Hallay-Witte wolle den Aufbau des 2019 gegründeten Instituts fortsetzen und den "komplexen Transformationsprozess", den die Kirche ihrer Wahrnehmung nach im Themenfeld von Prävention, Intervention und Aufarbeitung derzeit erlebt, konstruktiv begleiten. Der Dialog mit Betroffenen und ihre Beteiligung in den zukünftigen Vereinsgremien seien der neuen Leiterin ein großes Anliegen: "Es ist notwendig, in die Vergangenheit zu schauen, um Lösungen für Maßnahmen für die Zukunft zu erarbeiten."

Der im Oktober ausgeschiedene Leiter Oliver Vogt hatte damals betont, er gehe nicht im Streit, sondern aus persönlichen Gründen. Seit rund zehn Jahren hatte er sich mit dem Thema Missbrauch befasst. Das habe unglaublich viel Kraft und Substanz gekostet, erläuterte der vormalige Interventionsbeauftragte des Erzbistums Köln für den Umgang mit Fällen von sexuellem Missbrauch. Der Familienvater wechselte als Behördenleiter in kommunale Dienste.

Das IPA soll die Verbindung zwischen den vielfältigen Praxiserfahrungen in der Präventionsarbeit der 27 (Erz-)Bistümer zu Wissenschaft und Gesellschaft herstellen. Die Initiative zur Gründung des IPA ging vom Beauftragten der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) für Fragen des sexuellen Missbrauchs, dem Trierer Bischof Stephan Ackermann, aus. Das IPA wird vom zukünftigen Verein für Prävention und Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt getragen. Finanziert wird das Institut nach eigenen Angaben durch Mittel einer katholischen Familienstiftung. (KNA)