Kreuz und Synodalkerze
Weniger Erneuerungswille wäre fatales Zeichen

"Ordensfrauen für Menschenwürde": Synodaler Weg darf nicht scheitern

Die schwierige momentane Situation der Kirche aufgrund der Missbrauchsfälle sei hausgemacht und nicht von der "bösen Welt" verursacht, kritisieren die "Ordensfrauen für Menschenwürde". Sie ermuntern deshalb Reformkräfte in der Kirche.

München - 28.02.2021

Die Gruppierung "Ordensfrauen für Menschenwürde" hat die Reformkräfte in der katholischen Kirche ermutigt, im Rahmen des Reformprojekts Synodaler Weg weiter für Veränderungen einzutreten. Dieser Prozess könne und müsse – um Gottes und der Menschen willen – ein Erfolg werden, heißt es in einem am Sonntag in München veröffentlichten Papier der Bewegung. Sollte der Weg an Erneuerungswillen verlieren, "wäre das ein fatales Zeichen für unsere Kirche wie für die Gesellschaft. Das darf nicht geschehen."

Im Synodalen Weg beraten deutsche Bischöfe und Laienvertreter seit 2019 über die Zukunft der katholischen Kirche. Ausgangspunkt ist eine jahrelange Kirchenkrise, die der Missbrauchsskandal verschärft hat. In der Debatte geht es vor allem um die Themen Macht, Priestertum und Sexualmoral sowie um die Rolle der Frauen in der Kirche.

Ordensfrauen beklagen Reformstau

Nach Ansicht der Ordensfrauen wird die Zukunft der Kirche von einem Reformstau beeinträchtigt. Vertröstungen und kleine "Reparaturen" reichten nicht mehr aus; es brauche stattdessen verbindliche Entscheidungen. In Bezug auf die Frauenfrage heißt es in der Erklärung: "Dass eine Untersekretärin im Vatikan Stimmrecht bei einer Bischofssynode erhält oder dass die deutschen Bischöfe unter dem Druck der Öffentlichkeit eine Frau zur Generalsekretärin ernennen, ist ein längst überfälliger, aber immer noch winziger Schritt in die richtige Richtung."

Nach wie vor bezweifeln die Schwestern, das Kirchenmänner wüssten, "wozu wir berufen sind und wozu nicht". Deshalb sei es dringend nötig, dass Dienste, die bisher Frauen zugeordnet worden seien, und Ämter, die bisher nur Männern obliegen würden, neu definiert würden. Das setze voraus, dass die Zuordnung von allgemeinem und besonderem Priestertum neu gedacht werde, Gewalt geteilt und Ämter geschlechtergerecht ausgeübt würden. Dazu gehöre eine solide Trennung von sakramentaler Vollmacht und Leitungsmacht.

Die Krise der Kirche aufgrund der Missbrauchsfälle sei hausgemacht und nicht von der "bösen Welt" verursacht, heißt es in der Erklärung. Sie sei nicht von außen hineingetragen worden, sondern durch Strukturen verursacht, die Macht falsch einsetzten und so Missbrauch begünstigten. Diese Schuldgeschichte müsse angeschaut werden, auch wenn das nicht einfach sei. Ein Problem dabei sei das fehlende Unrechtsbewusstsein "einiger (oder vieler) Täter". (KNA)