Ein Briefkasten
Bistum und Kirchengemeinde uneins bei Frage nach technischem Problem

Ostergruß nur an Männer verschickt: Pfarrei bittet um Entschuldigung

Weil sie einen Ostergruß an ihre Gemeindemitglieder verschickt hat, steht eine Pfarrei in Aachen nun in der Kritik – denn ein Großteil der Post war nur an die Männer als "Haushaltsvorstände" gegangen. Das Pastoralteam bat nun um Entschuldigung.

Aachen - 04.03.2021

Die Pfarrei St. Gregor von Burtscheid in Aachen hat bei ihren Gemeindemitgliedern dafür um Entschuldigung gebeten, einen Ostergruß nur an die als "Haushaltsvorstände" registrierten Männer und nicht auch an deren Frauen verschickt zu haben. Dieses Vorgehen sei "nicht mehr zeitgemäß" heißt es in einem Brief des Pastoralteams der Kirchengemeinde aus dem Februar, der am Donnerstag vom Westdeutschen Rundfunk (WDR) veröffentlicht wurde. Es sei verständlich, dass sich viele der rund 14.000 Gemeindemitglieder, besonders die Frauen, deshalb ausgeschlossen fühlten, so das Schreiben. Man befinde sich zudem im Gespräch mit dem Generalvikariat des Bistums Aachen, da es sich um ein technisches Problem der in der Diözese verwendeten Software handele.

Nach Ansicht des Bistums liege jedoch kein technisches Problem vor, sagte eine Sprecherin der Diözese Aachen auf Anfrage von katholisch.de. Im Bistum werde wie auch in anderen deutschen Diözesen das Meldewesen-Programm "MW Plus" genutzt. Die Software diene etwa zur Erstellung von Serienbriefen und es gebe mehrere Möglichkeiten, die Daten für Sendungen zu exportieren oder aufzudrucken. Die Diözese wolle "noch einmal alle Pfarreien und Gemeinden sensibilisieren, beim Versand von Briefen auf die Qualitätssicherung zu achten". Es würden zudem zahlreiche Schulungsangebote zur Bedienung der Software angeboten.

Die Pfarrei hatte gegenüber dem WDR angegeben, dass nur der Mann als "Haushaltsvorstand" einer Familie in der Tabelle erscheinen würde. Die Namen der Ehepartner müssten von Hand eingetragen werden, was bei einer Zahl von mehr als 10.000 Fällen nicht zu leisten sei. In der Pfarrei würden einige Gemeindemitglieder die Kritik an dem Vorfall als kleinkariert ablehnen. Andere würden in dem Vorgehen der Pfarrgemeinde rückständiges Denken ausmachen. (rom)