"luca" und andere Anwendungen zur Corona-Nachverfolgung werden geprüft

Katholische Akademie Dresden: Vor-Ort-Betrieb mit Apps ermöglichen

Aktualisiert am 10.03.2021  –  Lesedauer: 
Der Direktor der Katholischen Akdamie Dresden, Thomas Arnold.
Bild: © Privat

Dresden ‐ Ein Jahr lang gab es so gut wie keine Präsenzveranstaltungen – das soll sich nun ändern. Die Katholische Akademie Dresden-Meißen setzt dabei auf moderne Technik: Mit Kontaktnachverfolgungsapps soll der Vor-Ort-Betrieb wieder starten können.

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Die Katholische Akademie Dresden-Meißen bereitet eine Wiederaufnahme ihrer Veranstaltungen im Präsenzbetrieb mit Hilfe von digitalen Kontaktverfolgungs-Apps voraussichtlich ab April vor. Gegenüber katholisch.de bestätigte der Akademiedirektor Thomas Arnold (Foto) am Mittwoch, dass alle Veranstaltungen zunächst mit Hilfe der App "luca" die von der Corona-Schutzverordnung vorgeschriebene Rückverfolgung von Besuchern sicherstellen werden.

"Natürlich bleiben wir bei der Anmeldung zu Veranstaltungen. Aber daneben ermöglicht eine app-basierte Nachverfolgung ein höheres Tempo, als wenn ein Gesundheitsamt uns erst auf Hinweise von Infizierten hin kontaktieren kann und wir die Daten aus unseren Listen auslesen müssen", so Arnold. Derzeit sind mehrere Apps auf dem Markt, die eine Anmeldung und Rückverfolgung von Teilnehmenden bei Veranstaltungen ermöglichen.

Gespräche mit Gesundheitsämtern laufen

Die App "luca" werde dabei von der Akademie verwendet, da sie bereits in mehreren Städten in Sachsen als Lösung im Blick sei. Als erstes Bundesland hatte in der vergangenen Woche Mecklenburg-Vorpommern angekündigt, auf die von verschiedenen Künstlern, darunter der Rapper Smudo (Die Fantastischen Vier), unterstützte Lösung zu setzen. Nach Angaben von Arnold befindet sich die Akademie derzeit in Gesprächen mit den Städten und Landkreisen der Standorte der Akademie-Foren in Leipzig, Dresden, Chemnitz, Freiberg und Zwickau, da für die Verwendung auch eine Beteiligung der jeweiligen Gesundheitsämter nötig ist.

Die Akademie lege dabei großen Wert darauf, ihre Veranstaltungen auch für Teilnehmende zugänglich zu halten, die die App nicht nutzen können oder wollen. "Ich bin  sicher, dass wir auch für diese Besucher*innen eine Lösung finden", so Arnold über die Maßnahmen zur Barrierefreiheit. "Vielleicht kann dies eine besondere Dienstleistung für unsere Besucher*innen sein, um ihnen auch bei technischer Unerfahrenheit eine höchstmögliche Sicherheit zu bieten."

Einsatz nach kirchlichem Datenschutzrecht wohl zulässig

Dabei will sich Arnold nicht auf die Lösung "luca" beschränken und zeigte sich offen für andere Apps: "Wenn sich andere digitale Wege zur Nachverfolgung durchsetzen und zugleich die datenschutzrechtliche Sicherheit bieten, werden wir selbstverständlich auch diese integrieren." Die App "luca" wurde im Februar durch den baden-württembergischen Landesdatenschutzbeauftragten Stefan Brink technisch und rechtlich geprüft und für tauglich befunden. Aus dem Bereich der netzpolitischen Zivilgesellschaft gibt es jedoch auch Kritik an der Architektur der Software, die anders als die Corona-Warn-App des Robert-Koch-Instituts auf eine Offenlegung und damit Überprüfbarkeit des Quellcodes und eine dezentrale Datenhaltung verzichtet.

Eine Äußerung kirchlicher Datenschutzaufsichten zu "luca" und anderen Kontaktnachverfolgungs-Apps gibt es noch nicht. Grundsätzlich entspricht das kirchliche Datenschutzrecht aber in weiten Teilen dem staatlichen, so dass ein Einsatz von nach staatlichem Recht zulässigen Apps auch in der Kirche möglich ist, sofern die Anbieter die Zuständigkeit der kirchlichen Datenschutzaufsicht akzeptieren. (fxn)