Konrad Zdarsa hält die Hände zum Gebet gefaltet-
Politiker und Kirchenvertreter zeigen sich betroffen über die Insolvenz von Weltbild

"In Gedanken bei den Mitarbeitern"

Wirtschaft - Vertreter aus Kirche und Politik äußern ihre Betroffenheit angesicht der Insolvenz des traditionsreichen katholischen Weltbild-Verlags.

Bonn - 11.01.2014

So sagte etwa der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa, die Sorge der kirchlichen Gesellschafter konzentriere sich nun voll auf die Interessen der Beschäftigten. Die Diözese Augsburg werde "gemeinsame Hilfsansätze solidarisch und auch materiell mittragen und zum gegebenen Zeitpunkt an anstehenden Gesprächen konstruktiv mitwirken". Weiter sagte der Bischof: "Ich bin in Gedanken bei den Weltbild-Mitarbeitern".

Soziale Härten abfedern

Weltbild-Aufsichtsratschef Peter Beer hatte den Mitarbeitern außerdem zugesichert, soziale Härten sollten mit den Mitteln abgefedert werden, die die Bistümer ursprünglich zur Restrukturierung des Buchhändlers ausgeben wollten.

Ein rundes Glashaus vor einem wolkenverhangenen Himmel. Am rechten Bildrand ist das Firmenlogo mit der Aufschrift "Weltbild".
Bild: © KNA

Die Weltbildzentrale in Augsburg.

Zdarsa bezeichnete es als "herbe Enttäuschung", dass die intensiven Bemühungen um ein Sanierungskonzept des Verlags letztlich nicht erfolgreich gewesen seien. Wie es in einer Mitteilung des Ordinariats weiter hieß, habe sich der Bischof noch im Herbst in Gesprächen im Gesellschafterkreis persönlich für den Verlag eingesetzt. Die Gewerkschaft ver.di hatte in einer ersten Stellungnahme die kirchlichen Eigentümer scharf angegriffen und ihnen vorgeworfen, sie wollten sich aus ihrer Verantwortung stehlen.

Seehofer: Niemand wird alleine gelassen

Hilfe wurde den betroffenen Arbeitnehmern auch von Seiten der Politik zugesichert. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) erklärte, die bayerische Staatsregierung werde alles, was sich an wirksamen Möglichkeiten eröffnet, unterstützen: "Niemand der 2200 in Augsburg betroffenen Mitarbeiter wird alleine gelassen." Schon am Samstag wollte Seehofer einen Termin in Augsburg nutzen, um mit Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) über das Schicksal dieser Mitarbeiter zu sprechen.

Geschäftsbetrieb geht weiter

Auch nach der Anmeldung der Insolvenz soll der Geschäftsbetrieb nach Verlagsangaben in Abstimmung mit dem vom Gericht bestellten vorläufigen Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz fortgeführt werden. Geiwitz ist ein Neu-Ulmer Wirtschaftsprüfer.

Weltbild gehört zwölf deutschen Bistümern, der Katholischen Soldatenseelsorge Berlin und dem Verband der Diözesen Deutschlands. Der seit längerem in die roten Zahlen gerutschte Medienhandelskonzern beschäftigt rund 6.800 Mitarbeiter, davon 2.300 am Hauptstandort Augsburg. Am Freitag hatte er Insolvenz angemeldet (gho/dpa/KNA).