Spazieren gehen ist mehr als nur eine Sonntagstradition
Sich selbst und die Umwelt neu begreifen

Spazieren gehen ist mehr als nur eine Sonntagstradition

Spiritea - Seitdem wegen der Corona-Pandemie Läden und Büros verwaist sind, hat das Spazierengehen Hochkonjunktur – auch wenn es vielen Menschen mittlerweile zum Hals heraushängt. Doch das muss nicht sein! Du kannst das Spazierengehen mit deinen Sinnen völlig neu entdecken.

Von Mathis Heineke |  Bonn - 19.04.2021

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Manche Ältere kennen die Tradition wahrscheinlich noch aus ihrer Erinnerung, aber auch wer am Nachmittag aus dem Fenster blickt, kann einige entdecken – Menschen beim Sonntagsspaziergang. Ist das tatsächlich nur ein verblassendes Bild aus einer anderen Zeit oder kann ein Spaziergang auch heute noch seine positive Wirkung entfalten?

Die Mittagspause dauert nur eine halbe Stunde, aber der Kopf dröhnt von Meetings und die Augen sind schon viereckig vom Blick auf den Bildschirm. Also raus an die frische Luft. Für Sport reicht die Zeit vielleicht nicht, aber Bewegung ist doch ein guter Anfang.

Der erste Blick geht wohl zum Fenster. Spielt das Wetter überhaupt mit? Wenn die Sonne scheint, ist es zu warm, bei Regen zu nass, bei Sturm zu windig, bei Schnee zu kalt. Der englische Schriftsteller John Ruskin entgegnet treffend: "Sonnenschein ist köstlich, Regen erfrischend, Wind fordert heraus, Schnee macht fröhlich; im Grunde gibt es kein schlechtes Wetter, nur verschiedene Arten von gutem Wetter." Das Wetter stellt somit also kein Hindernis dar.

Gedanken ordnen und den Kopf frei bekommen

Nun hat sicherlich nicht jede:r das Glück, direkt an einem Park oder einem Wald zu wohnen. Spazieren gehen im Industriegebiet oder an einer vielbefahrenen Straße klingt vielleicht nicht so verlockend, aber es kann trotzdem eine Chance sein, um die Gedanken zu ordnen und den Kopf freizubekommen.

Wie kann das funktionieren? Nimm dir zu Beginn einen Moment Zeit, werde still und versuche alle Gedanken beiseitezuschieben. Eventuell gelingt es dir sogar, gar keinen Gedanken zu fassen – auch wenn das leichter gesagt als getan ist. Versuche dann den Blick weich werden zu lassen, also nichts aktiv zu fixieren und mach den ersten Schritt. Nimm den Weg unter deinen Füßen wahr, fühl den Wind in deinen Haaren und atme bewusst ein und aus.

Auf die Wegstrecke kommt es dabei gar nicht so sehr an. Egal, ob es unter Bäumen oder an Fabrikanlagen vorbeigeht. Einfach einen Schritt vor den anderen setzen. Vielleicht fällt der umherschweifende Blick auf einen Vogel, ein grünes Blatt oder eine dem Platzen nahe Knospe. Vielleicht fängt das Ohr zufällig einen angenehmen Klang auf. Vielleicht klart sich an der frischen Luft der gedankenleere Kopf wieder auf. Vielleicht werden die vom Sitzen steifgewordenen Beine durch die Bewegung wieder lebendiger. Alles kann – nichts muss.

Versuche es doch einfach einmal, gehe eine Runde spazieren und nimm wahr, was passiert. Im besten Fall kommst du erholt aus deiner Pause zurück, ansonsten bringt es dich zumindest deinem Bewegungsziel näher.

Von Mathis Heineke

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