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Standpunkt

Glaube, Liebe und Hoffnung haben es in Zeiten von Corona schwer

"Jesus, mehre meinen Glauben, stärke meine Hoffnung, entzünde in mir die Liebe", so betet Agathe Lukassek in diesen Tagen. Aber geistlich gesund zu bleiben ist in Pandemie-Zeiten alles andere als einfach – doch es gibt ein paar Wege.

Von Agathe Lukassek |  Bonn - 23.04.2021

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Glaube, Liebe und Hoffnung – sie haben es nicht leicht in Zeiten von Corona. Der Glaube kommt in den vergangenen Monaten noch am besten weg: Gottesdienste finden unter Auflagen statt und ich kenne viele Christen, die in den teilweise sehr guten digitalen Angeboten eine Heimat gefunden haben, in der sie ihren Glauben leben. Bei der Liebe ist es schon schwieriger, bedenkt man die Situation von Paaren, die sich nicht besuchen können und von Singles, die Freunde und Familie schon seit Ewigkeiten nicht mehr besucht haben. Online Kontakte aufrecht zu halten, kostet oft mehr Kraft als sich zurückzuziehen. Auch die Möglichkeiten, Nächstenliebe zu leben, haben im letzten Halbjahr abgenommen. Wer keine Innenstädte besucht, trifft auch kaum Obdachlose. Die Hilfen für sie laufen inzwischen auch online über Spenden an örtliche Hilfsorganisationen.

Und wie sieht es mit der Hoffnung aus? Nach der an Weihnachten gesäten Hoffnung auf Impfungen folgte eine in Deutschland sehr schleppend anlaufende Impfkampagne. Von dem "politischen Rumgeeiere" ganz zu schweigen, das die Ärztin Carola Holzner treffend zu dem schönen Neologismus "mütend" veranlasste, mein Wort des Monats März. Und vielleicht auch das Wort des ersten Halbjahres 2021. "Welchen Grund zum Optimismus gibt es?", fragte heute eine verzweifelte Freundin in einer WhatsApp-Gruppe. Ja, Hoffnung, wo bist du? Ihre provokante Frage hat die Hoffnung zum Glück entfacht: Beim Impfen werden fast täglich Rekordwerte gemeldet und immer mehr Menschen in meinem Umfeld sind geimpft. Viele meiner Freundinnen nehmen wahr, dass die Tabuthemen seelisches Befinden und Depression seit der Pandemie selbstverständlicher thematisiert werden. Vielleicht werden wir alle in Zukunft achtsamer miteinander umgehen?

Glaube, Liebe und Hoffnung – sie werden auch göttliche Tugenden genannt. Nicht, weil Gott sie hätte und wir nicht. Gott hat sie uns vielmehr "in die Seele eingegossen" und sie ergänzen die vier menschlichen Kardinaltugenden Gerechtigkeit, Mäßigung, Tapferkeit und Klugheit. An den Tagen, an denen ich von ihnen nicht viel spüre, will ich mich erinnern an die vielen kleinen Hoffnungszeichen und beten: "Jesus, mehre meinen Glauben, stärke meine Hoffnung, entzünde in mir die Liebe".

Von Agathe Lukassek

Die Autorin

Agathe Lukassek ist Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Hildegardis-Verein mit Sitz in Bonn.

Hinweis

Der Standpunkt spiegelt ausschließlich die Meinung der Autorin bzw. des Autors wider.