Kardinal Stella: Priester sollten bevorzugt geimpft werden
"Sozial nützlicher" Dienst, der anerkannt werden müsse

Kardinal Stella: Priester sollten bevorzugt geimpft werden

Für eine Priorisierung von Priestern bei den Corona-Impfungen spricht sich der Chef der vatikanischen Kleruskongregation aus: Kardinal Beniamino Stella plädiert dafür, Geistliche als Teil einer besonderen "Risikogruppe" zu betrachten.

Rom - 03.05.2021

Kardinal Beniamino Stella, Leiter der vatikanischen Kleruskongregation, hat sich für eine Priorisierung von Priestern bei den Corona-Impfungen ausgesprochen. Die zuständigen Behörden sollten sich mit dieser Frage auseinandersetzen, sagte der 79-Jährige dem katholischen Pressedienst SIR (Montag). Die seelsorgerische Tätigkeit von Geistlichen sei ein "sozial nützlicher" Dienst, der anerkannt werden müsse. Er plädiere dafür, Priester als Teil einer besonderen "Risikogruppe" zu betrachten.

Mit Blick speziell auf die Lage in Italien sagte Stella: Hunderte Kleriker hätten im Kampf gegen die Pandemie buchstäblich "ihr Leben gegeben". Der Kardinal würdigte besonders den verstorbenen Don Giuseppe Berardelli aus dem Bistum Bergamo. Der 72-Jährige hatte vor rund einem Jahr, trotz schwerer Covid-19-Erkrankung, einem Mitpatienten das eigene Beatmungsgerät überlassen. Von März 2020 bis Februar 2021 starben in Italien 269 Priester an den Folgen einer Corona-Infektion.

Im vergangenen November hatte auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Georg Bätzing, eine frühzeitige Impfung für Seelsorger gefordert. "Wir müssen diejenigen durch Impfung schützen, die besonders gefährdet sind und die wir jetzt in dieser Situation am meisten brauchen", sagte der Limburger Bischof damals. Dazu gehörten neben Beschäftigten in Pflege, Erziehung und Schulen auch Seelsorger, "die Dienst an den Menschen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen tun". (tmg/KNA)