Veranstalter: ÖKT soll Gesellschaft aus der Corona-Krise helfen
Bätzing: Werden beim Kirchentag "Schritte aufeinander zugehen"

Veranstalter: ÖKT soll Gesellschaft aus der Corona-Krise helfen

Morgen startet der Ökumenische Kirchentag mit einem Eröffnungsgottesdienst. Trotz des weitgehend digitalen Programms soll auch ein dauerhaftes konfessionsverbindendes Zeichen gesetzt und der Stand der Ökumene "ehrlich widergespiegelt" werden.

Frankfurt - 12.05.2021

Der am Donnerstag beginnende Ökumenische Kirchentag (ÖKT) soll nach Angaben der Veranstalter "einer Pandemie-gestressten Gesellschaft aus der Krise helfen". Zudem wolle man trotz des weitgehend digitalen Charakters des Christentreffens ein dauerhaftes konfessionsverbindendes Zeichen setzen, hieß es am Mittwoch in der Online-Pressekonferenz.

Die evangelische ÖKT-Präsidentin Bettina Limperg sagte, der ÖKT kreise nicht um sich selbst: "Wir wollen hinschauen: Dahin, wo es weh tut, dahin, wo wir heilen können und dahin, wo wir handeln können." Man habe den Kirchentag trotz der Corona-Pandemie nicht abgesagt, weil er "eine lebensrelevante Veranstaltung" für viele Menschen sei, die in der Krise Gespräche und Ermutigung suchten.

Der katholische ÖKT-Präsident Thomas Sternberg sagte, während der Planungsphase habe der Kirchentag "durchaus auch auf der Kippe" gestanden. Bei einer Absage hätte man ihn wegen der engen Taktung der bereits geplanten Katholiken- und Kirchentage frühestens 2027 nachholen können. Der ÖKT sei aber gerade jetzt wichtig. "Wir haben viel zu verteidigen, zum Beispiel die Demokratie", sagte Sternberg. Angesichts von immer aggressiverer Hetze hätten Christen die Aufgabe, ihr "friedensstiftendes Potenzial" zur Geltung bringen, so Sternberg unter Verweis auf die über 80 digitalen Veranstaltungen und die bundesweit über 300 dezentralen Angebote des ÖKT.

HTML-Elemente (z.B. Videos) sind ausgeblendet. Zum Einblenden der Elemente aktivieren Sie hier die entsprechenden Cookies.

Der Kirchentag solle "den Stand der Ökumene ehrlich widerspiegeln", so Sternberg. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Limburgs Bischof Georg Bätzing, sagte, man werde beim ÖKT "Schritte aufeinander zugehen". Bätzing sagte wörtlich: "Wir werden es erleben können: Wir feiern am Samstagabend konfessionelle Gottesdienste und wir heißen die Christinnen und Christen anderer Konfessionen vorbehaltlos willkommen in diesen Gottesdiensten." Man feiere diese Gottesdienste als Abendmahl und als Eucharistie. "Ich glaube, dass der Ökumenische Kirchentag nicht nur schon längst begonnen hat, seine Wirkung zu erzielen, sondern auch danach weiter Wirkung entfalten wird", sagte Bätzing.

Am Christi-Himmelfahrts-Donnerstag wird zur Eröffnung ein Gottesdienst von einem Parkdeck in der Innenstadt gestreamt. Der ÖKT dauert bis Sonntag, die allermeisten Veranstaltungen finden am Samstag statt. Ihre Teilnahme am Kirchentag zugesagt haben neben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel auch die Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU), Annalena Baerbock (Grüne) und Olaf Scholz (SPD).

Kritik von Betroffenenverbänden sexuellen Missbrauchs

Vertreter von Betroffenenverbänden sexuellen Missbrauchs in kirchlichen Strukturen sehen ihr Thema nicht genügend berücksichtigt. Es gebe dazu nur zwei Veranstaltungen. Zugleich kündigten die Opfervertreter Demonstrationen an.

Zu den Kosten sagte Kirchentags-Vorstand Stephan Menzel: "Der digitale und dezentrale Ökumenische Kirchentag wird günstiger als die Version, die wir Anfang 2020 geplant hatten." Der ÖKT werde einen Gesamthaushalt in Höhe von knapp 18 Millionen Euro haben. Ursprünglich sei man von Gesamtkosten von etwa 26 Millionen Euro ausgegangen. Hinter dem ÖKT stehen der Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT) und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Das Leitwort heißt: "schaut hin". (cbr/KNA/epd)