Ökumenischer Kirchentag in luftiger Höhe eröffnet
Christentreffen findet wegen Corona weitgehend digital statt

Ökumenischer Kirchentag in luftiger Höhe eröffnet

"Wir wollen Ihnen ein Stück vom Himmel nach Hause bringen": Mit einem Gottesdienst auf dem Dach eines Parkhauses in der Frankfurter Innenstadt ist am Donnerstagvormittag der Ökumenische Kirchentag in Frankfurt am Main eröffnet worden.

Frankfurt am Main - 13.05.2021

Hoch über den Dächern von Frankfurt am Main ist am Donnerstag der 3. Ökumenische Kirchentag (ÖKT) eröffnet worden. Der Gottesdienst auf dem Dach eines Parkhauses in der Frankfurter Innenstadt wurde wegen der Corona-Pandemie nur von rund einem Dutzend Mitwirkenden abgehalten und in der ARD live übertragen. "Wir wollen Ihnen ein Stück vom Himmel nach Hause bringen", sagte die Theologin Sarah Vecera von der Vereinten Evangelischen Mission Wuppertal zu Beginn des Open-Air-Gottesdienstes bei strahlendem Sonnenschein am Fest Christi Himmelfahrt. "Denn ein bisschen Himmel kann wohl jede und jeder von uns gut gebrauchen in diesen Zeiten", so Vecera vor dem Hintergrund der Frankfurter Skyline. Auf dem obersten Parkdeck an der Konstablerwache lädt normalerweise die Strand-Lounge "City Beach" zur Entspannung ein.

Frere Alois, Prior der Gemeinschaft im französischen Taize, sagte in seiner Predigt: "Die Zeit ist da für einen neuen Aufbruch." Dies gelte für Gesellschaft und Kirche. "Missbrauch hat viel Vertrauen zerstört. Heilen ist nur möglich, wenn wir zugeben, was geschehen ist", sagte er. Strukturveränderungen seien unerlässlich. Mit Blick auf die Ökumene warb Frere Alois für eine geistliche Erneuerung: "Auf keinen Fall dürfen wir uns mit dem Skandal unserer Spaltungen abfinden! Unsere Kirchen können noch nicht alle Glaubensschätze miteinander teilen. Aber Christus ist nicht geteilt. Er ist unsere Einheit."

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Bei dem Gottesdienst berichteten unter anderen eine Krankenschwester einer Covid-Station und eine Online-Seelsorgerin von ihrem Glauben und ihren Erfahrungen in der Pandemie. Der katholische Präsident des Ökumenischen Kirchentages (ÖKT), Thomas Sternberg, kündigte ein "abwechslungsreiches Programm" an, das "leider Gottes vor allem digital" sei.

Ausgerechnet zum Auftakt gab es allerdings eine Panne: Während des Eröffnungsgottesdienstes war wegen technischer Probleme der Zugang zur ÖKT-Homepage "nicht durchgehend gewährleistet", so die Veranstalter. Der ÖKT bietet bis Sonntag mehr als 100 meist digitale Veranstaltungen und bundesweit rund 300 dezentrale Angebote vor allem in Gemeinden. Hinter dem ÖKT stehen der Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT) und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Das Leitwort heißt: "schaut hin". (KNA)