Eine Frau guckt ein YouTube-Video mit Papst Franziskus.
Neue AGB ermöglichen mehr Werbeeinblendungen als zuvor

YouTube will kirchlichen Kanälen bei Werbung entgegenkommen

Seit dem 1. Juni hat sich YouTube das Recht eingeräumt, deutlich mehr Werbung einzublenden. Gemeinden fürchteten von Anzeigen unterbrochene Gottesdienste – doch die Plattform signalisiert Entgegenkommen.

Berlin - 11.06.2021

Die Videoplattform YouTube zeigt sich offen dafür, bei religiösen Anbieter nicht ohne deren Zustimmung Werbung zu zeigen. Gegenüber katholisch.de teilte ein Sprecher von YouTube am Donnerstag mit, dass es derzeit entsprechende Planungen gebe. "Wir arbeiten hier noch an einer vollumfänglichen Lösung", so der Sprecher.

Zum 1. Juni hatte YouTube seine Nutzungsbedingungen angepasst und sich das Recht eingeräumt, in alle Videos Werbung einblenden zu dürfen – unabhängig vom Einverständnis der Betreiber. Zuvor konnten sich Kanalbetreiber entscheiden, ob sie ihre Beiträge für Werbung (vor oder innerhalb eines Videos) freigeben und somit Geld damit verdienen. Die Änderung hatte insbesondere bei Kirchengemeinden für Bedenken gesorgt, die die Einblendung von unpassender Werbung in Übertragungen von Gottesdiensten, Andachten und Gebeten befürchteten.

Gemeinden erhielten auch bei Streams Unterstützung von YouTube

Bis zu der von YouTube angekündigten Lösung speziell für Anbieter religiöser Inhalte kann die Einblendung von Werbung laut dem Sprecher der Plattform umgangen werden, indem sich kirchliche Organisationen, die den von YouTube aufgestellten Kriterien genügen, bei dem Dienst als Nonprofit-Organisationen registrieren. Auch so sei man von Werbeeinblendungen wie zuvor ausgenommen. Ein gewisses Maß an Steuerung ist außerdem für Kanäle möglich, die am YouTube-Partnerprogramm teilnehmen. Die Teilnahme ist jedoch nur unter gewissen Voraussetzungen möglich, unter anderem sind mindestens 1.000 Abonnenten notwendig. Von vielen Gemeinden wird diese Zahl nicht erreicht.

Bereits in der Vergangenheit hatte sich YouTube in Deutschland offen gezeigt für besondere Anforderungen kirchlicher Kanäle. In der Anfangsphase der Corona-Krise hatte der Dienst auf Initiative des Erzbistums Freiburg hin Gemeinden Livestreams von Gottesdiensten per Smartphone ermöglicht, auch wenn die Gemeinden nicht die erforderliche Abonnentenzahl erreichen. (fxn)